Zeit 10.02.2026
12:05 Uhr

"Islamischer Staat": Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen mutmaßliche IS-Anhängerin


Eine Deutsch-Marokkanerin soll sich dem IS angeschlossen haben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr die Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrororganisation vor.


Die Bundesanwaltschaft hat in Düsseldorf Anklage gegen eine Frau erhoben, die Mitglied der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gewesen sein soll. Die Deutsch-Marokkanerin soll Anfang 2015 mit ihrem Ehemann nach Syrien gereist sein, um sich dort der Terrororganisation anzuschließen. Nachdem ihr Mann bei Kämpfen getötet worden war, soll sie nacheinander zwei weitere IS-Mitglieder geheiratet haben. In der Anklageschrift heißt es: "Die Angeschuldigte unterstützte ihre jeweiligen Ehemänner und ermöglichte ihnen so die Betätigung für den IS, etwa indem sie den gemeinsamen Haushalt führte." Die Bundesanwaltschaft wirft ihr vor, Mitglied einer ausländischen terroristischen Vereinigung gewesen zu sein. Nun muss der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf entscheiden, ob er die Anklage zulässt und wann er gegebenenfalls einen Prozess ansetzt. Angeklagte ist auf freiem Fuß Die Beschuldigte wurde im März 2019 von kurdischen Kräften festgenommen. Anschließend war sie bis 2021 im Lager al-Hol im Nordosten Syriens untergebracht. In diesem Lager wurden Tausende Angehörige von IS-Mitgliedern festgehalten, vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche. Im Januar kündigten die von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) an, sich aus dem Lager zurückzuziehen. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft kehrte die Angeklagte bereits im Dezember 2022 nach Deutschland zurück. Sie ist demnach weiterhin auf freiem Fuß.