Zeit 06.03.2026
06:40 Uhr

Irankrieg: Bundesregierung weitet Evakuierungsflüge aus Nahost aus


Deutsche Touristen sollen unter anderem auch aus Saudi-Arabien eingeflogen werden. Markus Söder hält die Bemühungen der Bundesregierung für unzureichend.

Irankrieg: Bundesregierung weitet Evakuierungsflüge aus Nahost aus
Die Bundesregierung weitet ihre Rückholflüge für im Nahen Osten festsitzende Deutsche aus. "Wir sind derzeit auch in den Planungen für einen vierten Sonderflug, dann aus Riad in Saudi-Arabien", sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) in einem Onlinevideo. Geprüft werde auch, ob weitere Sonderflüge "notwendig sind und möglich sind". Im Zuge der Evakuierungsaktion war am Donnerstagmorgen eine erste Maschine aus Maskat in Oman in Frankfurt am Main gelandet. An Bord des Airbus A340 der Lufthansa waren laut Wadephul mehr als 250 Menschen. Ein weiterer Sonderflug aus Maskat mit einer Airbus-Maschine der Fluggesellschaft Condor wurde am Freitagmorgen in Frankfurt erwartet. Dann soll es noch einen dritten Sonderflug aus Maskat geben – und den vierten Sonderflug aus Saudi-Arabien. Eurowings schickt eigenes Flugzeug nach Riad Die Lufthansa-Tochter Eurowings beteiligt sich an der Evakuierung aus dem Nahen Osten mit einer eigenen Maschine. Geplant ist laut Angaben des Unternehmens ein Sonderflug aus dem saudischen Riad nach Köln in der Nacht von Freitag auf Samstag. Rund 150 Touristen des eigenen Reiseveranstalters Eurowings Holidays sollen damit nach Deutschland gebracht werden. Sie waren in Dubai und Umgebung vom US-israelischen Angriff auf den Iran überrascht worden waren. Es handelt sich um den ersten eigenen Evakuierungsflug der Lufthansa Group nach Deutschland. Die Airline war bislang als Dienstleister der Bundesregierung tätig. Söder hält Angebot für unzureichend Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert noch mehr Evakuierungsbemühungen der Bundesregierung. "Die oberste Pflicht eines Staates ist, die eigenen Bürger zu schützen und ihnen in Krisensituationen zu helfen", sagte er dem Sender Welt TV. "Ich würde jetzt unsere Kräfte darauf konzentrieren, unsere Urlauber heimzuholen. Das ist mir noch alles ein bisschen zu wenig." Die Bundesregierung solle prüfen, ob sie nicht auch mit Bundeswehrmaschinen helfen könne. Der Anfang der Rückholaktion sei zäh gewesen, nun laufe sie an. "Ich finde, das noch mehr passieren kann." Die oberste Pflicht eines Staates sei es, die eigenen Bürger zu schützen und ihnen in Krisensituationen zu helfen. Etihad kündigt weitere Flüge nach Europa an Nach den zahlreichen Flugausfällen der letzten Tage kündigte die Fluggesellschaft Etihad Airways ab diesem Freitag eine begrenzte Zahl Flüge von Abu Dhabi nach Europa an. Man werde unter anderem Frankfurt, London, Madrid, Mailand, Paris, Rom und Zürich anfliegen, teilte die Airline mit Sitz in Abu Dhabi mit. Die Entscheidung zur Wiederaufnahme der Flüge sei in Absprache mit den Behörden nach einer ausführlichen Sicherheitsprüfung erfolgt, teilte Etihad weiter mit. Man beobachte die Lage weiter genau und werde nur dann fliegen, wenn alle Sicherheitskriterien eingehalten werden könnten. Wegen des Irankriegs sitzen derzeit noch Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machten oder über einen der dortigen Flughäfen einen Anschlussflug erreichen wollten. Viele Staaten in der Region hatten ihren Luftraum zeitweise komplett geschlossen. Inzwischen sind begrenzt wieder Flüge möglich. Die USA und Israel hatten den Iran vergangenes Wochenende angegriffen, seitdem herrscht Krieg in der Region . Der Iran beschoss daraufhin US-Militärbasen in den Golfstaaten und zielte auch auf zivile Infrastruktur, darunter die Flughäfen in Dubai , Abu Dhabi, Kuwait und Manama in Bahrain. Verfolgen Sie alle Entwicklungen zum Irankrieg in unserem Liveblog.