Zeit 03.03.2026
17:12 Uhr

Irankrieg: Bundesregierung kündigt ersten Rückholflug für Deutsche an


Das Auswärtige Amt startet eine Rückholaktion für vom Irankrieg betroffene Deutsche. Ein erster Flug aus Oman soll unter anderem Kranke und Schwangere nach Hause bringen.

Irankrieg: Bundesregierung kündigt ersten Rückholflug für Deutsche an
Die Bundesregierung plant eine erste Rückholaktion für Deutsche, die wegen des Irankrieges in der Golfregion festsitzen. Außenminister Johann Wadephul (CDU) kündigte im Sender Welt TV an, eine von der Bundesregierung gecharterte Maschine solle am Mittwoch nach Maskat im Oman starten, um von dort aus besonders hilfsbedürftige Deutsche nach Hause zu fliegen. In den kommenden Tagen seien noch weitere Flüge geplant. Dazu gebe es derzeit Gespräche mit den Fluggesellschaften Lufthansa und Condor. Die Lufthansa bestätigte die ​Angaben. Der Evakuierungsflug aus Maskat soll demnach in der Nacht auf Donnerstag zurück nach Deutschland gehen. Eingesetzt werde dafür ein Langstreckenflugzeug vom Typ Airbus ⁠A340-300. In der ​Regel bietet eine solche Maschine Platz für 250 bis ‌300 Passagiere. Rund 30.000 Deutsche betroffen Die Bundesregierung werde versuchen, zuerst alte, kranke und schwache Menschen sowie Schwangere und Kinder nach Deutschland zurückzuholen, sagte Wadephul. "Wir müssen schauen, wen wir dort mitnehmen können." Die Passagiere müssten teils zunächst aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den Oman ausreisen. Das Auswärtige Amt habe in diesem Zusammenhang sein Personal verstärkt. "Aber es hängt natürlich auch davon ab: Wer schafft diesen Landweg. Wer kann sich ein Fahrzeug besorgen", sagte der Außenminister. Deutschen Staatsbürgern außerhalb dieser besonders hilfsbedürftigen Gruppe müsse man entweder noch einen längeren Aufenthalt zumuten oder anbieten, direkt von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus nach Deutschland zu fliegen, sagte Wadephul. Mit Blick auf die kommenden Tage äußerte er sich aber zuversichtlich, dass "die allermeisten der deutschen Touristen endlich zurückkommen können nach Deutschland". Rund 30.000 Deutsche stecken wegen des Irankrieges derzeit in der Golfregion fest. Viele Staaten haben wegen der Angriffe ihren Luftraum geschlossen, zahlreiche Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest. Ein erstes Flugzeug eines Reiseanbieters war am Nachmittag aus Dubai kommend in Frankfurt gelandet. Streit um späte Reisewarnung Die Fraktionen der Grünen und Linken im Bundestag hatten das Vorgehen von Außenminister Johann Wadephul (CDU) mit Blick auf die angekündigten Rückholungen zuletzt kritisiert. Die Eskalation in der Region habe sich bereits seit Wochen als mögliches Szenario abgezeichnet, sagte etwa die Außenpolitikerin Luise Amtsberg von den Grünen den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dass die Bundesregierung angesichts der Gefährdungslage dennoch unvorbereitet sei und überfordert wirke, sei "erschütternd". Erst an Tag drei nach Ausbruch des Krieges anzukündigen, einzelne vulnerable Personengruppen aus der Region evakuieren zu wollen, reiche nicht aus, sagte Amtsberg. Die außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Cansu Özdemir, kritisierte gegenüber den Funke-Zeitungen zudem die Krisenkommunikation der Bundesregierung. "Mit der aktuellen Äußerung von Außenminister Wadephul, zunächst nur ältere Menschen, Kinder, Kranke und Schwangere evakuieren zu wollen, schürt die Bundesregierung weitere Verunsicherung." In dieser Situation komme es darauf an, besonnen und umsichtig zu agieren. "Dies versäumt die Regierung." Wadephul selbst korrigierte inzwischen eine frühere Äußerung im ZDF- heute journal zum Zeitpunkt der Veröffentlichung einer offiziellen Reisewarnung für die Golfstaaten. In der Sendung vom Montagabend hatte Wadephul auf mehrere Nachfragen von Moderatorin Marietta Slomka hin darauf beharrt, dass es bereits vor dem 28. Februar eine Reisewarnung für die Region gegeben habe. Dazu schrieb er jetzt auf X: "Ich bedaure den Irrtum im heute journal gestern." Die formelle Reisewarnung für die Golfstaaten bestehe in der Tat erst seit dem 28. Februar. Er wies zugleich darauf hin, dass das Auswärtige Amt bereits seit Mitte Januar vor einer möglichen Eskalation und Einschränkungen im Flugverkehr warne.