Zeit 19.02.2026
13:02 Uhr

Iranisches Atomprogramm: Iran hält trotz US-Drohungen an Atomprogramm fest


Irans Regime beharrt trotz neuer Warnungen von Donald Trump auf seinem Recht zur Urananreicherung. Auch die Bundeswehr trifft Vorkehrungen für eine Eskalation im Iran.

Iranisches Atomprogramm: Iran hält trotz US-Drohungen an Atomprogramm fest
Nach erneuten US-Drohungen im Atomstreit mit dem Iran hat der Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Eslami, auf dem Recht seines Landes zur Urananreicherung beharrt. Der iranischen Zeitung Etemad sagte Eslami: "Das Atomprogramm des Iran verläuft gemäß den Regeln der Internationalen Atomenergiebehörde, und kein Land kann dem Iran das Recht nehmen, diese Technologie friedlich zu nutzen". Die Urananreicherung bezeichnete er als "Grundlage der Atomindustrie". Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman wieder Gespräche über das iranische Atomprogramm aufgenommen. Eine weitere Runde indirekter Verhandlungen fand am Dienstag in Genf statt. US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran zuletzt mehrfach mit einem Militäreinsatz, sollte es keine Einigung zwischen den USA und dem Iran geben. Auch Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte, es gebe "viele Gründe und Argumente" für einen Angriff. Der Iran sei "sehr gut beraten, ein Abkommen zu schließen". Die US-Regierung forderte wiederholt, der Iran müsse die Urananreicherung vollständig einstellen. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben – das iranische Regime weist das zurück. Um den militärischen Druck zu erhöhen, entsandte der US-Präsident erst kürzlich zwei Flugzeugträger in die Region. Bundeswehr verlegt Truppen aus dem Irak US-Medien zufolge könnte ein Militärschlag auf den Iran unmittelbar bevorstehen. Die israelische Armee verstärkte angesichts der möglichen Eskalation des Konflikts ihre Verteidigung , wie Medien berichten. Auch europäische Länder bereiten sich darauf vor. So hat auch die Bundeswehr ihre Präsenz im Irak auf ein absolutes Minimum reduziert. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums der ZEIT mitteilte, wurden am Mittwoch erneut deutsche Soldaten aus dem an den Iran grenzenden Irak ins Nachbarland Jordanien gebracht. Zuerst hatte der Spiegel über die Truppenverlegung berichtet. Aufgrund der zunehmenden Spannungen im Nahen und Mittleren Osten sei eine mittlere zweistellige Zahl von "nicht missionskritischem Personal" aus Erbil abgezogen worden, teilte der Sprecher auf Anfrage mit. Dabei handele es sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Vor Ort verbleibt demnach das notwendige Personal, "um die Führungsfähigkeit des Camps in Erbil weiter aufrecht erhalten zu können". Das Vorgehen sei zudem eng mit den multinationalen Partnern abgestimmt. Die Bundeswehr unterstützt im Irak im Rahmen einer Mission der Nato den Aufbau der irakischen Armee. Bis auf einige Berater in Bagdad sind die meisten der Bundeswehrangehörigen in Erbil im Norden des Landes stationiert. Bereits Anfang Februar hatte die Bundeswehr die Präsenz im Irak reduziert. Polen rief unterdessen als Vorsichtsmaßnahme seine Staatsbürger zur sofortigen Ausreise aus dem Iran auf. Wer sich noch im Iran aufhalte, müsse das Land "unverzüglich verlassen", sagte Regierungschef Donald Tusk . Die Gefahr eines offenen Konflikts sei real. Deutschland hatte seine Bürger schon vor einiger Zeit zur Ausreise aus dem Iran aufgerufen.