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19.02.2026
07:12 Uhr
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Die Atomgespräche zwischen den USA und dem Iran brachten bisher keine Lösung. Laut Berichten bringen sich beide Länder für einen möglichen Krieg in Stellung.

Nach den jüngsten Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran hält die US-Regierung ihre Drohung eines Militärschlags aufrecht. Es gebe "viele Gründe und Argumente", die man für einen Angriff auf den Iran anbringen könnte, sagte US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Diplomatie sei aber immer die erste Wahl Trumps. Für den Iran wäre es "sehr klug", ein Abkommen mit dem US-Präsidenten zu treffen, sagte Leavitt. Derweil berichten einige US-Medien, dass ein US-Angriff auf den Iran kurz bevorstehen könnte. Der Sender CBS News zitierte informierte Quellen, wonach ranghohe nationale Sicherheitsbeamte Trump mitgeteilt hätten, dass das Militär bereit sei, am Samstag Angriffe auf den Iran durchzuführen. Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung diesbezüglich getroffen. Die US-Regierung wäge derzeit die "Risiken einer Eskalation und die politischen und militärischen Folgen einer Zurückhaltung" ab, berichtete der Sender. Das Nachrichtenportal Axios zitierte ebenfalls namentlich nicht genannte Quellen, wonach die US-Regierung näher vor einem großen Krieg stehe, als den meisten Amerikanern bewusst sei. Er könne schon "sehr bald" beginnen und würde "dramatische Auswirkungen" auf die gesamte Region haben, hieß es. Auch in israelischen Medien wird über eine mögliche militärische Konfrontation zwischen den USA und dem Iran spekuliert. Diese könnte demnach schon in den nächsten Tagen beginnen und mehrere Wochen dauern. Sollte es zum Krieg kommen, dürften die USA dabei wieder mit Israel zusammenarbeiten, zitierten Axios und der Sender CNN informierte Quellen. Ein militärisches Vorgehen würde in diesem Fall umfangreicher sein als der von Israel geführte zwölftägige Krieg gegen den Iran im Juni, dem sich die USA angeschlossen hatten, hieß es. Auch der Iran bereitet sich offenbar auf einen möglichen Krieg vor Die iranische Führung strebe ein Atomabkommen mit den USA an, bereite sich jedoch gleichzeitig eilig auf einen Krieg vor, falls die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern scheitern sollten, berichtete das Wall Street Journal . Das Regime in Teheran verstärke das Militär, diversifiziere Entscheidungsbefugnisse, befestige die Atomanlagen und gehe verstärkt gegen Abweichler im eigenen Land vor. Im Januar ließ Irans Staatsapparat Massenproteste im eigenen Land brutal niederschlagen. Trump drohte der iranischen Führung daraufhin mit militärischem Eingreifen und ließ die Militärpräsenz rund um den Iran verstärken. Inzwischen haben die USA einen zweiten Flugzeugträger in die Region entsandt. Keine baldige Einigung bei Verhandlungen in Sicht Die USA und der Iran hatten Anfang Februar unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen. Eine zweite Runde indirekter Gespräche hatte am Dienstag in Genf stattgefunden. Irans Außenminister Abbas Araghtschi sagte im Anschluss, er rechne nicht mit einer schnellen Einigung . Aus US-Regierungskreisen hieß es, es seien zwar Fortschritte erzielt worden, es gebe aber noch viele Details zu klären. Bei den Gesprächen geht es unter anderem um Irans Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung im Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Andere Themen wie das Raketenprogramm oder die Unterstützung militanter Gruppen hatte der Iran vorab ausgeschlossen.