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30.01.2026
16:22 Uhr
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Abbas Araghtschi weist die US-Forderungen zurück, auf weitreichende Raketen und die Urananreicherung zu verzichten. Zugleich warnt er vor einer Ausweitung des Konflikts.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat sowohl die Bereitschaft des Iran zu Gesprächen mit den USA als auch zu einer militärischen Auseinandersetzung signalisiert. Auf einer Pressekonferenz in Istanbul wies er dabei zentrale Forderungen von US-Präsident Donald Trump zurück. Trump fordert unter anderem, dass der Iran die Reichweite seiner ballistischen Raketen begrenzt und auf die Anreicherung von Uran verzichtet. Zugleich ordnete er die Entsendung mehrerer Kriegsschiffe in den Nahen Osten an. Zudem drohte der US-Präsident am Mittwoch mit militärischer Gewalt , falls der Iran Verhandlungen über ein neues Atomabkommen verweigere. "Die Zeit wird knapp," schrieb Trump auf seinem Onlinedienst. "Der nächste Angriff wird viel schlimmer", fügte er mit Blick auf die Bombardements der US-Armee während des zwölftägigen Krieges zwischen Israel und dem Iran im vergangenen Juni hinzu. Araghtschi warnt vor Ausweitung des Konflikts Araghtschi sagte, Fragen zur Verteidigungsstrategie und zu den Raketensystemen könnten für sein Land niemals Gegenstand von Verhandlungen werden. Der Iran werde seine militärischen Fähigkeiten erhalten und bei Bedarf ausbauen. Zugleich warnte er die USA, dass sich ein möglicher Konflikt dieses Mal ausweiten und über einen reinen Krieg zwischen zwei Staaten hinausgehen könne. Gespräche könnten nach Worten des Außenministers nur auf Basis gegenseitiger Interessen und gegenseitigen Respekts stattfinden: "Der Iran hat kein Problem mit Verhandlungen, aber Verhandlungen können nicht unter dem Schatten von Drohungen stattfinden", sagte Araghtschi. Ein Treffen mit US-Vertretern sei derzeit noch nicht konkret vorbereitet worden. Zunächst müssten Inhalte, Format, Ort und Zeitpunkt möglicher Verhandlungen festgelegt werden. Araghtschi war am Freitagmorgen für Gespräche mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und Außenminister Hakan Fidan in Istanbul eingetroffen. Erdoğan hatte zuvor die Bereitschaft der Türkei bekräftigt, in den Spannungen zwischen den USA und Iran zu vermitteln. Auslöser der jüngsten Drohungen Trumps war die brutale Niederschlagung der Proteste gegen die politische Führung im Iran . Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation Hrana gibt es eine Bestätigung für 6.479 Menschen, die bei den Demonstrationen getötet wurden, einige Schätzungen gehen sogar von Zehntausenden Toten aus. Zudem wurden Zehntausende Menschen festgenommen. Um eine Verbreitung von Informationen über Demonstrationen und Opfer zu verhindern, hat die iranische Führung bereits vor mehreren Wochen weitreichende Telefon- und Internetsperren veranlasst .