|
01.01.2026
18:09 Uhr
|
Seit mehreren Tagen spitzen sich im Iran gewaltsame Proteste zu. Laut Medienberichten wurden zwei Demonstrierende und eine Sicherheitskraft getötet.

Bei Protesten im Iran sind Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Demonstrierende vorgegangen. Im Südwesten wurden Medienberichten zufolge zwei Menschen getötet. Bereits zuvor war in der westiranischen Provinz Lorestan ein Angehöriger der iranischen Sicherheitskräfte bei Protesten laut Staatsmedien getötet worden. Inmitten einer schweren Wirtschaftskrise des Landes zieht es bereits fünf Tage in Folge viele Menschen auf die Straßen. Aus ländlichen Regionen gibt es Berichte über ein hartes Vorgehen gegen die Proteste. Ausgelöst wurden die aktuellen Proteste durch einen plötzlichen Einbruch der Devisenkurse am vergangenen Sonntag. Im Süden wurde am Mittwoch auch ein Gouverneursbüro attackiert. Die Justizbehörden drohten mit einem "entschiedenen" Vorgehen gegen Unruhestifter. Die iranische Nachrichtenagentur Fars sprach von Gewalt von Demonstrierende in Lordegan rund 650 Kilometer südlich von Teheran. Sie hätten mit Steinen auf Verwaltungsgebäude geworfen. Die Demonstranten hätten unter anderem auf das Büro des Provinzgouverneurs, eine Moschee, das Rathaus und Banken gezielt, teilte Fars mit. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt. Fars hatte zuvor auch von Verletzten berichtet, ohne eine Zahl zu nennen. Fars ist offiziell unabhängig, gilt aber als unter dem Einfluss der Revolutionsgarden stehend. Getötete Sicherheitskraft Im Westen des Iran ist Medienberichten zufolge ein Mitglied der Basidsch-Miliz aus der Stadt Kuhdascht getötet worden. Das iranische Staatsfernsehen teilte unter Berufung auf den Vize-Gouverneur der westiranischen Provinz Lorestan, Said Purali, dass dieser "bei der Verteidigung der öffentlichen Ordnung von Randalierern getötet" worden sei. Dem Vize-Gouverneur zufolge wurden zudem 13 Polizisten und Basidsch-Mitglieder "durch Steinwürfe verletzt". Die paramilitärische Basidsch-Miliz ist eng mit den iranischen Revolutionsgarden verbunden. Bei dem getöteten Basidsch-Angehörigen handelte es sich um den ersten registrierten Todesfall seit Beginn der neuen Proteste im Iran gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage. Die spontanen Demonstrationen waren von Teherans größtem Handy-Markt ausgegangen. Zunächst demonstrierten vor allem Händler wegen der schlechten Wirtschaftslage, der hohen Inflation und Wechselkursschwankungen. Danach schlossen sich auch zahlreiche Studenten an mindestens zehn Universitäten des Landes sowie Menschen in zahlreichen anderen Städten den spontanen Protesten an. "Die Zeit ist gekommen" Der israelische Geheimdienst Mossad rief die Menschen im Iran indes zu weiteren Protesten auf. "Geht zusammen raus auf die Straße. Die Zeit ist gekommen. Wir sind mit euch", schrieb der Mossad am Mittwoch in einer Botschaft auf Farsi. "Nicht nur aus der Entfernung oder mit Worten. Wir sind auch mit euch vor Ort." Die durch jahrzehntelange westliche Sanktionen geschwächte iranische Wirtschaft steht unter dem Druck einer hohen Inflation, zudem wurden Ende September UN -Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomprogramm der Regierung wieder in Kraft gesetzt. Das Ausmaß der Proteste erreichte bisher nicht das der Massendemonstrationen von 2022, die durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini in Polizeigewahrsam ausgelöst worden waren. Während der Proteste waren hunderte Menschen, darunter dutzende Sicherheitskräfte, getötet worden. Tausende Menschen wurden inhaftiert. Mehrere der Festgenommenen wurden hingerichtet.