Zeit 01.01.2026
11:43 Uhr

Iran: Sicherheitskraft laut Staatsmedien bei Protesten im Iran getötet


Seit Tagen protestieren die Menschen im Iran gegen die schlechte Wirtschaftslage. Nun wurde laut Staatsmedien ein Angehöriger der Basidsch-Miliz getötet.

Iran: Sicherheitskraft laut Staatsmedien bei Protesten im Iran getötet
Bei den landesweiten Protesten im Iran ist nach Angaben der Staatsmedien eine Sicherheitskraft der paramilitärischen Basidsch-Miliz getötet worden. Ein 21 Jahre altes Mitglied der Miliz aus der Stadt Kuhdascht sei in der Nacht zu Donnerstag "bei der Verteidigung der öffentlichen Ordnung von Randalierern getötet" worden, berichtete das iranische Staatsfernsehen unter Berufung auf den Vize-Gouverneur der westiranischen Provinz Lorestan, Said Purali. 13 Polizisten und Basidsch-Mitglieder seien außerdem "durch Steinwürfe verletzt" worden. Die Basidsch-Miliz ist eng mit den iranischen Revolutionsgarden verbunden. Bei dem getöteten Basidsch-Angehörigen handelt es sich um den ersten registrierten Todesfall seit Beginn der neuen Proteste im Iran gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Protest gegen Wirtschaftspolitik Ausgelöst wurden die Proteste durch die anhaltend schlechte Wirtschaftslage und das Problem, den Absturz der nationalen Währung unter Kontrolle zu bringen. Zunächst demonstrierten vor allem Händler, inzwischen haben sich auch Studenten den Protesten angeschlossen. Internationale Sanktionen, etwa wegen der iranischen Nahost-Politik und des umstrittenen Atomprogramms , belasten die iranische Wirtschaftspolitik. Insbesondere die Banksanktionen haben den Ölexport, die wichtigste Einnahmequelle des Landes, blockiert. Experten sprechen in der Folge von der schwersten Wirtschaftskrise der iranischen Geschichte. Bei den seit Tagen andauernden Demonstrationen kommt es zunehmend zu Gewalt. In der Hauptstadt Teheran gehen Staatskräfte Augenzeugenberichten zufolge selbst gegen kleinste Versammlungen mit Tränengas und Wasserwerfern vor. Auch an anderen Orten sollen sich ähnliche Vorfälle ereignet haben. Präsident Massud Peseschkian rief die Demonstranten dazu auf, ihre Proteste zu beenden. Er versprach erneut wirtschaftliche Reformen . Wie die Proteste weitergehen, ist noch völlig unklar. Die zunächst gegen die Wirtschaftspolitik gerichteten Demonstrationen entwickelten sich in der Vergangenheit oft schnell zum politischen Protest gegen das islamische Herrschaftssystem.