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27.12.2025
19:58 Uhr
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Irans Präsident Massud Peseschkian sieht sein Land nach eigenen Angaben in einem Krieg mit den USA, Israel und Europa. Dieser Krieg sei schlimmer als der Iran-Irak-Krieg.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat den USA, Israel und Europa vorgeworfen, einen Krieg gegen sein Land zu führen. "Aus meiner Sicht sind wir in einem umfassenden Krieg mit den Vereinigten Staaten, Israel und Europa", zitierte ihn die Webseite von Irans geistlichem Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei . Sie alle wollen den Iran laut Peseschkian "in die Knie zwingen". Dieser Krieg sei "schlimmer als der, den der Irak gegen uns geführt hat", sagte Peseschkian. Damit bezog er sich auf den Iran-Irak-Krieg von 1980 bis 1988, bei dem Hunderttausende Menschen getötet wurden. Der Westen wirft dem Iran vor, eine Atombombe anzustreben. Der Iran hat die Vorwürfe wiederholt von sich gewesen. Im vergangenen Sommer waren europäische Bemühungen um eine Übereinkunft zu dem 2015 geschlossenen Atomabkommen mit dem Iran gescheitert. Das in Wien geschlossene Atomabkommen mit dem Iran war auf jahrelangen Verhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten USA, China, Russland, Frankreich und Großbritannien sowie mit Deutschland gefolgt. Es sollte durch Beschränkungen und Kontrollen die Entwicklung iranischer Atomwaffen verhindern. Die zivile Nutzung der Atomenergie unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wurde dem Iran gestattet. Im Jahr 2018 verließen die USA während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump das Abkommen und erließen daraufhin erneut Sanktionen gegen den Iran. IAEA schätzt vielfach höhere Mengen von angereichertem Uran im Iran als vereinbart Der Iran reagierte seinerseits mit schrittweisem Rückzug aus seinen in dem Abkommen festgehaltenen Verpflichtungen und fuhr die Anreicherung von Uran hoch. Schätzungen der IAEA zufolge verfügt der Iran inzwischen über eine um ein Vielfaches größere Menge an angereichertem Uran als im Atomabkommen vereinbart. Trump ergriff nach Beginn seiner zweiten Amtszeit erneut Maßnahmen gegen den Iran – unter anderem verhängte er zusätzliche US-Sanktionen, etwa auf Erdölkäufe aus dem Iran. Auf die Initiative Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens traten im September weitreichende UN-Sanktionen gegen den Iran in Kraft. Israel und der Iran hatten im Juni einen zwölftägigen Krieg gegeneinander geführt. Dabei schritten auch die USA ein und griffen an der Seite Israels iranische Atomanlagen an. Der Iran erkennt Israel nicht an und unterstützt islamistische Gruppen in der Region, darunter die Hisbollah im Libanon, die Huthi im Jemen sowie die Hamas im Gazastreifen.