Zeit 18.02.2026
10:57 Uhr

Iran: Iranisches Regime bestellt deutschen Botschafter ein


Der Iran beklagt "antiiranische Aktivitäten" in Deutschland und hat den deutschen Botschafter vorgeladen. Hintergrund dürfte vor allem eine Großdemo in München sein.

Iran: Iranisches Regime bestellt deutschen Botschafter ein
Der Iran hat den designierten deutschen Botschafter Axel Dittmann einbestellt. Grund dafür seien "antiiranische Aktivitäten" in Deutschland und "destruktive" Positionen deutscher Politiker, berichtete der staatliche Rundfunk des Iran. Bei einem Gespräch im Außenministerium in Teheran wurde Axel Dittmann demnach der Protest der iranischen Regierung übermittelt. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts bestätigte auf Anfrage der ZEIT die Einbestellung des Botschafters am Dienstag. Zu den Inhalten des Gesprächs äußerte sie sich nicht. Großdemonstration gegen iranisches Regime in München Hintergrund dürfte vor allem die Großdemonstration gegen Irans Führung sein, die am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz in der bayerischen Landeshauptstadt stattgefunden hatte. Mehrere deutsche Politiker zeigten sich solidarisch mit der Protestbewegung, darunter Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) und der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet. Zu dem Aktionstag hatte Reza Pahlavi aufgerufen, der seit Jahrzehnten im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien. Er gilt inzwischen als eine der zentralen Oppositionsfiguren im Ausland. An der Demonstration nahmen nach Schätzung der Polizei München rund 250.000 Menschen teil . Berechnungen der Süddeutschen Zeitung kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass es vermutlich deutlich weniger Demonstranten waren. Anfang Januar hatte Irans Sicherheitsapparat Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Dabei wurden wohl Zehntausende Menschen getötet . US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran in den vergangenen Wochen immer wieder mit Militärschlägen. Derzeit finden indirekte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über das iranische Atomprogramm statt. Nach der zweiten Verhandlungsrunde in Genf warf US-Vizepräsident JD Vance dem Iran vor, von Trump formulierte "rote Linien" nicht anerkennen zu wollen . "In mancher Hinsicht" seien die Gespräche jedoch gut verlaufen.