Zeit 01.03.2026
18:35 Uhr

Iran: Friedrich Merz sieht Angriffe auf den Iran "nicht ohne Risiko"


Der Kanzler hält ein Ende des Mullah-Regimes im Iran für absehbar, doch die Angriffe seien "nicht ohne Risiko". Deutschland sieht er in einem völkerrechtlichen "Dilemma".

Iran: Friedrich Merz sieht Angriffe auf den Iran
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Unterstützung für das Vorgehen Israels und der USA gegen die Führung des Iran zugesichert. Die Bundesregierung teile "die Erleichterung vieler Iranerinnen und Iraner, dass dieses Mullah-Regime jetzt an sein Ende kommt", sagte Merz nach einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats im Kanzleramt. Mit den USA und Israel teile man das Interesse daran, dass der Terror dieses Regimes aufhöre, sagte er. "Die Militärschläge sollen das zerstörerische Spiel eines geschwächten Regimes beenden", sagte der CDU-Politiker. Dies sei nicht ohne Risiko, denn man wisse nicht, "in welche Eskalation die harten iranischen Gegenschläge die Region noch ziehen werden". Und man wisse nicht, "ob der Plan aufgeht, durch Militärschläge von außen einen politischen Wandel von innen heraus zu ermöglichen", sagte er. Merz will mit Trump sprechen "Die innere Dynamik im Iran ist nur schwer zu durchschauen", sagte Merz. Der Vergleich mit den westlichen Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen trage nur zum Teil. Aber er zeige doch, wie real die Risiken mittelfristig sind. "Ihre Folgen hätten auch wir in Europa und in Deutschland zu tragen." Deutschland stecke bei der völkerrechtlichen Lage im Zusammenhang mit dem Iran in einem "Dilemma", sagte der Bundeskanzler. Man habe dies in der Bundesregierung intensiv beraten. Bisher hätten alle Maßnahmen den Iran nicht von dem Atom- und Raketenprogramm abhalten können. Man werde die Partner nicht belehren, fügte Merz hinzu. Er kündigte an, bei seinem Besuch in Washington mit US-Präsident Donald Trump am Dienstag über den Krieg zu sprechen. Israel und die USA hatten am Samstagfrüh Luft- und Raketenangriffe gegen Ziele im Iran begonnen, bei denen auch Religionsführer und Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Das Regime in Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel sowie auf Ziele in der Golfregion, in der es US-Militärstützpunkte gibt. Trump rief die iranische Bevölkerung nach Beginn der Angriffe zum Umsturz auf. "Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung", sagte in Richtung der iranischen Bevölkerung. Klingbeil für Ende der "Gewaltherrschaft der Mullahs" Mehrere deutsche Politiker sprachen sich für Veränderungen im Iran aus. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) sagte vor Bekanntwerden der Tötung Chameneis: "Wir sind uns mit unseren internationalen Partnern einig, dass Iran keine Atomwaffen besitzen darf und die brutale, menschenverachtende Gewaltherrschaft der Mullahs besser heute als morgen enden sollte." CSU-Chef Markus Söder schrieb auf der Plattform X, der entschlossene Einsatz der USA und Israels ermögliche endlich den erhofften Wandel im Iran. Grünenfraktionschefin Katharina Dröge sagte, die Gedanken seien bei den Menschen im Iran, die einen "absolut berechtigten Wunsch nach einem Ende des Regimes und ein Recht auf ein Leben in Sicherheit und Freiheit" hätten. Die Linkspartei kritisierte die Angriffe. Die USA und Israel legten damit "die Lunte an das Pulverfass eines Krieges, der verheerende Folgen für den Mittleren Osten und darüber hinaus haben wird", sagte Fraktionschef Sören Pellmann. Die AfD-Fraktionschefs Alice Weidel und Tino Chrupalla sagten: "Die erneute Destabilisierung des Nahen Ostens liegt nicht im deutschen Interesse und muss beendet werden." Verfolgen Sie alle weiteren Entwicklungen in unserem Liveblog .