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13.12.2025
09:55 Uhr
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Nach der erneuten Festnahme der Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi im Iran kritisiert das Auswärtige Amt den Vorgang scharf. Er sei "zutiefst beunruhigend".

Das Auswärtige Amt hat sich angesichts der Festnahme der iranischen Friedensnobelpreisträgerin und Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi besorgt gezeigt und den Schritt kritisiert. Die gewaltsame Festnahme von Mohammadi und weiterer Aktivistinnen im Iran bei einer Trauerfeier sei "zutiefst beunruhigend", schrieb das Ministerium auf der Plattform X. "Der Einsatz für Menschenrechte und Meinungsfreiheit darf niemals kriminalisiert werden", hieß es weiter. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz für die Rechte der Frauen und die Abschaffung der Todesstrafe im Iran hatte Mohammadi 2023 den Friedensnobelpreis erhalten. Den Preis konnte sie damals nicht entgegennehmen, da sie in Haft saß. Sie wurde in den vergangenen Jahren wegen ihres Engagements mehrfach zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ende des vergangenen Jahres wurde die Aktivistin aus dem Teheraner Evin-Gefängnis entlassen, nachdem ihre Haftstrafe aus medizinischen Gründen ausgesetzt worden war. Mohammadi wurde Anhängern zufolge auf der Gedenkfeier für den vor wenigen Tagen verstorbenen Menschenrechtsanwalt Chosrow Alikordi festgenommen. Ihr Anwalt bestätigte das. Auch das norwegische Nobelkomitee hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Nobelpreisträgerin "auf brutale Weise" festgenommen worden sei. Es forderte die iranischen Behörden auf, "unverzüglich den Aufenthaltsort Mohammadis zu klären, ihre Sicherheit und Unversehrtheit zu gewährleisten und sie bedingungslos freizulassen". Die Festnahme erfolgte einen Tag nach der Ankunft der diesjährigen Friedensnobelpreisträgerin, der Venezolanerin María Corina Machado , in Oslo. Das Komitee sieht darin einen möglichen Zusammenhang: "Angesichts der engen Zusammenarbeit zwischen den Regimen im Iran und in Venezuela stellt das norwegische Nobelkomitee fest, dass Frau Mohammadi genau zu dem Zeitpunkt festgenommen wurde, als der Friedensnobelpreis an die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado verliehen wurde", hieß es.