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08.12.2025
12:02 Uhr
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Anlagebetrug, Enkeltrick, Amtsanmaßung: In Baden-Württemberg ist der Staat gegen Internetbetrüger vorgegangen und hat damit mutmaßlich Tausende Straftaten verhindert.

Behörden in Baden-Württemberg ist ein Schlag gegen Kriminelle im Internet gelungen. Rund 3.500 Telefonnummern wurden gesperrt, die mutmaßlich Betrügern für Anlagebetrug, Enkeltricks oder die Tarnung als Polizisten gedient haben könnten, wie die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe, das Landeskriminalamt und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mitteilten. Demnach wurden von Providerseite Festnetz-, Mobilfunk- und Internetrufnummern abgeschaltet. "Mit diesem neu gedachten Vorgehen stören wir offensiv die Kommunikationswege der Tätergruppen erheblich", sagte LKA-Präsident Andreas Stenger. "Um dagegenzuhalten, müssen die Täter einen immensen organisatorischen Aufwand betreiben, der mit erheblichen Kosten verbunden ist." Provider sollen nicht an Betrug verdienen Die abgeschalteten Rufnummern stünden "für Tausende potenzielle Betrugsversuche, die wir damit verhindert haben", sagte Generalstaatsanwalt Jürgen Gremmelmaier. Die Maßnahmen sollen auch dazu beitragen, dass Deutschland für Anbieter solcher illegal genutzten Dienstleistungen unattraktiv und unwirtschaftlich werde. Neben deutschen Telefonnummern wurden in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bundeskriminalamt auch 355 österreichische Festnetznummern abgeschaltet. Die Aktion stand den Angaben zufolge im Zusammenhang mit betrügerischen Onlineplattformen. Schon im Juni und im Oktober wurde bekannt, dass insgesamt etwa 2.200 illegale Domains beschlagnahmt und die Seiten vom Netz genommen wurden. Sie sollen für Straftaten genutzt worden sein.