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15.12.2025
18:43 Uhr
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Beim Besuch des ukrainischen Präsidenten im Bundestag fällt dort das Internet aus. Auch bei einer Schalte mit EU-Vertretern gab es Probleme. Die Ermittlungen laufen.

Im Bundestag sind während des Besuches des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj das Internet und Intranet ausgefallen. Das bestätigte die Pressestelle des Bundestages der ZEIT. Demnach soll der Ausfall gegen 14.30 Uhr bemerkt worden sein, ab diesem Zeitpunkt konnten etwa keine E-Mails mehr versendet werden. Mittlerweile würden die IT-Systeme wieder hochgefahren werden, hieß es. Ermittlungen laufen Die zuständigen Stellen seien dabei, die Ursache zu ermitteln und das Problem zu lösen. Auch das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist demnach eingeschaltet. Zum aktuellen Zeitpunkt könne weder ein externer Cyberangriff noch ein internes technisches Problem ausgeschlossen werden, bestätigte der Bundestag der ZEIT. Der ukrainische Präsident Selenskyj wurde gegen 14 Uhr von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) empfangen . Ob beide Ereignisse zusammenhängen, ist ebenfalls nicht bekannt. Videoschalte mit EU scheiterte Ebenfalls scheiterte eine geplante Videoschalte zwischen in Brüssel tagenden EU-Außenministern und den für Ukraine-Gespräche nach Berlin gereisten US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner. Diese Schalte konnte aufgrund von Verbindungsproblemen nicht zustande kommen. EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas sagte in Brüssel, sie wisse nicht, ob es einen Cyberangriff gegeben habe. Klar sei aber, dass die Technik nicht richtig funktioniert habe. In der von Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot initiierten Videoschalte sollte es eigentlich um den Stand der Umsetzung des US-Friedensdeals für den Gazastreifen gehen. An diesem waren Witkoff und Kushner federführend beteiligt gewesen. Derzeit versuchen die beiden Amerikaner ebenfalls, im Auftrag von US-Präsident Donald Trump ein Abkommen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vorzubereiten. Eine Videoschalte zwischen den EU-Außenministern und dem wie Witkoff und Kushner in Berlin weilenden ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha funktionierte nach Angaben von Diplomaten problemlos. Vor zehn Jahren Hackerangriff auf Bundestag Der Bundestag war im Mai 2015 Opfer eines Hackerangriffs geworden. Computer in zahlreichen Abgeordnetenbüros wurden mit Spionagesoftware infiziert, darunter auch Rechner im Büro der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Der Angriff hatte zur Folge, dass das IT-System des Parlaments generalüberholt werden musste. Fünf Jahre später machte Merkel Russland schwere Vorwürfe und drohte mit Konsequenzen. Mit Blick auf Ermittlungsergebnisse des Generalbundesanwalts sprach sie von "harten Evidenzen" für eine russische Beteiligung.