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12.02.2026
21:47 Uhr
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Mit dem Film "No Good Men" über Frauen in Afghanistan wurden die 76. Filmfestspiele in Berlin eröffnet. Den Goldenen Ehrenbären erhielt Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh.

Mit dem Drama "No Good Men" der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat sind am Donnerstagabend die 76. Internationalen Filmfestspiele in Berlin eröffnet worden. Im Rahmen einer Eröffnungsgala präsentierten Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle und Jurypräsident Wim Wenders die internationale Jury. Mit dem Goldenen Ehrenbären wurde zum Auftakt die aus Malaysia stammende Michelle Yeoh als eine der vielseitigsten und einflussreichsten Schauspielerinnen ihrer Generation für ihr Lebenswerk ausgezeichnet . Yeoh wurde 2023 bei den Oscar-Verleihungen als erste Asiatin überhaupt zur besten Hauptdarstellerin gekürt . Den Preis erhielt sie für ihre Rolle in der Action-Komödie Everything Everywhere All at Once . Sie habe niemals gedacht, dass ein Mädchen aus Malaysia so weit durch die Welt für den Film reisen würde, sagte sie bei ihrer Dankesrede in Berlin. Der Film habe ihr nicht nur eine Karriere ermöglicht, sondern auch ein Leben, von dem sie niemals zu träumen gewagt hätte. Zu den angekündigten Ehrengästen auf dem roten Teppich gehörten neben zahlreichen Filmschaffenden aus dem In- und Ausland unter anderem Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Weimer freute sich vor der Eröffnung über die "starke Präsenz des deutschen Films im Wettbewerb". Pünktlich vor dem Start hatte die Bundesregierung eine Verdoppelung der Filmförderung angekündigt. Mehr als 200 Filme im Programm Im RBB-Inforadio sagte Weimer, das "größte Publikumsfilmfestival der Welt" sei auch ein "großes Schaufenster" für die deutsche Filmbranche. Im vergangenen Jahr zählte das Filmfestival 336.000 verkaufte Tickets sowie 19.000 Fachbesucher. Zudem will die Bundesregierung Streamingdienste wie Netflix und Amazon Prime mithilfe einer gesetzlichen Mindestinvestitionsquote zu mehr Produktionen in Deutschland und Europa bewegen, wie Weimer betonte. Unter den mehr als 200 aktuellen Lang- und Kurzfilmen im Festivalprogramm stehen besonders die 22 Filme des Wettbewerbs um den Goldenen und die Silbernen Bären im Fokus. Zur Auswahl gehören etwa Komödien, Liebesgeschichten, ein Thriller, ein Western, ein Dokumentarfilm und ein japanischer Anime. Bei der bis zum 22. Februar dauernden Berlinale gehen dabei drei Filme aus Deutschland ins Rennen um den Goldenen und die Silbernen Bären: Gelbe Briefe von Ilker Çatak, Meine Frau weint von Angela Schanelec und Etwas ganz Besonderes von Eva Trobisch. Verliehen werden die Bären am 21. Februar.