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27.01.2026
08:19 Uhr
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Direktinvestitionen deutscher Unternehmen in China sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Eine gegenteilige Entwicklung zeigt sich beim Engagement in den USA.

Deutsche Unternehmen haben ihre Investitionen in China im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Insgesamt sind mehr als sieben Milliarden Euro zusätzlich an Direktinvestitionen geflossen. Das zeigen Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln im Auftrag der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben des IW handelt es sich um den höchsten Wert seit 2021. Im Vergleich zu 2024 stiegen die Investitionen um rund 50 Prozent und lagen auch über dem längerfristigen Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2024 von etwa sechs Milliarden Euro. "In der Gesamtschau bauen die deutschen Unternehmen in China ihr Engagement dort weiter aus – und das mit wieder erhöhtem Tempo", sagte der Leiter des Bereichs Internationale Wirtschaftspolitik, Finanz- und Immobilienmärkte am IW, Jürgen Matthes. Immer mehr Produktionsschritte nach China verlagert Eine gegenteilige Entwicklung zeigt sich in den USA . Dort gingen die Direktinvestitionen deutscher Unternehmen im ersten Jahr von US-Präsident Donald Trumps zweiter Amtszeit deutlich zurück. Von Februar bis November 2025 sanken sie um 45 Prozent auf rund 10,2 Milliarden Euro, wie aus einer weiteren IW-Studie hervorgeht. Nach Angaben des IW werden die Investitionen in China überwiegend aus Gewinnen chinesischer Tochtergesellschaften finanziert. Diese Gewinne würden vor Ort reinvestiert und nicht nach Deutschland zurückgeführt. Mit rund zwölf Milliarden Euro lagen die reinvestierten Mittel demnach deutlich über den tatsächlich neu geflossenen Investitionen von sieben Milliarden Euro. Die Differenz deutet dem IW-Ökonomen zufolge darauf hin, dass einige deutsche Unternehmen weiterhin Kapital aus China abziehen. Gleichzeitig wollten vor allem größere Firmen dort präsent bleiben und weiter investieren. Häufig reagierten sie dabei auf politischen Druck aus China, mehr Produktions- und Wertschöpfungsschritte in die Volksrepublik zu verlagern . Experte: Exporte von China ins Ausland werden "künstlich verbilligt" Viele Unternehmen verfolgten zunehmend Strategien wie "China für China" oder "China für die Welt". "Dabei greifen sie immer mehr auf lokale Zulieferer und immer weniger auf Lieferungen aus Deutschland zurück", sagte Matthes. Dies könne zwar vor Zöllen und Exportbeschränkungen schützen, verringere jedoch langfristig die Exportchancen deutscher Unternehmen nach China. Auch die Produktentwicklung geschehe zunehmend in China , teils werde sogar neueste Forschung dort angesiedelt. "Das alles wird unsere Exportchancen nach China weiter verringern, die ohnehin schon stark unter den chinesischen Wettbewerbsverzerrungen leiden", sagte Matthes. Peking setze zum einen mehr als andere Länder auf staatliche Subventionen, zum anderen sei die Landeswährung Yuan gegenüber dem Euro deutlich unterbewertet. "Beides führt dazu, dass chinesische Produktion in China und Exporte von dort zu unseren Lasten künstlich verbilligt sind", sagte der IW-Ökonom.