Zeit 08.12.2025
09:38 Uhr

Humanitäre Hilfe: UN beklagen weltweite Gleichgültigkeit gegenüber menschlichem Leid


Die Vereinten Nationen fordern für 2026 Hilfsgelder in Höhe von 33 Milliarden Dollar. Nothilfekoordinator Tom Fletcher kritisierte den politischen Zeitgeist.

Humanitäre Hilfe: UN beklagen weltweite Gleichgültigkeit gegenüber menschlichem Leid
Die Vereinten Nationen und ihre Partner haben einen weltweiten Hilfsappell zur Rettung von Millionen Menschenleben veröffentlicht. Um 135 Millionen Not leidende Menschen zu versorgen, sollen Geberländer insgesamt 33 Milliarden US-Dollar (rund 28 Milliarden Euro) bereitstellen. Der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher verurteilte die Gleichgültigkeit gegenüber menschlichem Leid weltweit. "Dies ist eine Zeit der Brutalität, Straflosigkeit und Gleichgültigkeit", sagte Fletcher. Den Mindestbetrag an Hilfsgeldern für das Jahr 2026 sehen die UN bei mindestens 23 Milliarden Dollar (19,7 Milliarden Euro). So könnten rund 87 Millionen Menschen versorgt werden. Die Organisation ist sich allerdings der schwierigen Lage für humanitäre Hilfe bewusst. Es sei eine Zeit, in der "Politiker damit angeben, Hilfsgelder zu kürzen", sagte Fletcher. Der aktuelle Aufruf ziele daher darauf ab, Menschen in den weltweit gefährlichsten Orten zu helfen, etwa im Gazastreifen, in der Ukraine, im Sudan , in Haiti oder in Myanmar. "Die Welt soll weniger für Waffen und mehr für humanitäre Hilfe ausgeben" Die UN hatten bereits im vergangenen Jahr mit einem drastischen Rückgang der humanitären Hilfe zu kämpfen . Der Hilfeaufruf für das Jahr 2025 in Höhe von mehr als 45 Milliarden Dollar brachte lediglich Hilfszusagen in Höhe von zwölf Milliarden Dollar ein . Entscheidend für diese Entwicklung waren die USA, die unter US-Präsident Donald Trump ihre Auslandshilfen deutlich reduziert haben. Nothilfekoordinator Fletcher erklärte, er hoffe, die USA würden die UN-Reformen zur Kenntnis nehmen und die Kürzungen zurücknehmen. Die Änderungen sollen die Verteilung der Hilfsgelder effizienter gestalten. Er setzte den Hilfeaufruf außerdem ins Verhältnis zu weltweit gestiegenen Verteidigungsausgaben. "Wir fordern nur etwas mehr als ein Prozent dessen, was die Welt derzeit für Waffen und Verteidigung ausgibt", sagte er. Die Welt solle weniger für Verteidigung und mehr für humanitäre Hilfe ausgeben.