Zeit 25.11.2025
15:54 Uhr

Holocaustüberlebende: Margot Friedländer wird mit Sonderbriefmarke geehrt


Das Bundesfinanzministerium widmet der im Mai gestorbenen Margot Friedländer eine Briefmarke. In Berlin soll ein Platz nach der Holocaustüberlebenden benannt werden.

Holocaustüberlebende: Margot Friedländer wird mit Sonderbriefmarke geehrt
Die Holocaustüberlebende Margot Friedländer wird posthum mit einer Sonderbriefmarke geehrt. Die Marke über 95 Cent wurde gemeinsam mit weiteren vom Bundesfinanzministerium vorgestellt. Friedländer war im Mai im Alter von 103 Jahren gestorben . Die Briefmarke zeigt ein Porträt Friedländers und das Zitat: "Schaut nicht auf das, was euch trennt. Schaut auf das, was euch verbindet. Seid Menschen, seid vernünftig." Ihren Appell "Seid Menschen!" wiederholte die Jüdin unermüdlich, um die deutsche Gesellschaft daran zu erinnern, Antisemitismus nie wieder einen Platz einzuräumen. Die Sonderbriefmarke für Friedländer war nach Angaben des Ministeriums ein "besonderes Anliegen" von Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD). Auch ein Platz in Berlin soll nach der Holocaustüberlebenden benannt werden. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa soll der Vorplatz des Abgeordnetenhauses künftig den Namen der Berliner Ehrenbürgerin tragen. Ideen für Denkmal in Berlin Vorschläge, sie nach ihrem Tod zu ehren und ihr Vermächtnis zu bewahren, gab es in Berlin in den vergangenen Monaten einige. Zu den Ideen gehörte, einen Platz in Charlottenburg, eine Straße in Kreuzberg oder eine Schule in Neukölln nach ihr zu benennen. Diskutiert wurde auch über ein Denkmal. Friedländer wurde im Jahr 1921 in eine jüdische Familie in Berlin geboren. Ihre gesamte Familie wurde während des Holocaust im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Sie selbst konnte dank vieler Helfer zunächst untertauchen, wurde dann aber gefasst und 1944 in das KZ Theresienstadt deportiert. Sie überlebte, ebenso wie ihr späterer Mann, mit dem sie schließlich in die USA auswanderte. Ihre Erlebnisse schrieb sie in ihrer Autobiografie Versuche, dein Leben zu machen nieder. Erst im Alter von 88 Jahren zog sie zurück nach Berlin und erzählte ihre Geschichte als Zeitzeugin unter anderem in Schulen.