Zeit 18.12.2025
15:21 Uhr

Holocaust-Gedenken: Berliner Regierungsviertel soll Yad-Vashem-Straße bekommen


Ein Abschnitt der Berliner Dorotheenstraße soll künftig nach der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem benannt werden. Das hat ein Bundestagsgremium empfohlen.

Holocaust-Gedenken: Berliner Regierungsviertel soll Yad-Vashem-Straße bekommen
Im Berliner Regierungsviertel soll ein neuer Straßenname das jüdische Gedenken in Deutschland stärken. Ein Abschnitt der heutigen Dorotheenstraße soll in Yad-Vashem-Straße umbenannt werden und damit nach der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem heißen, wie die Baukommission des Ältestenrats im Deutschen Bundestag empfahl. Das bestätigte eine Sprecherin des Bundestags der ZEIT. Demnach geht es um das Teilstück zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Wilhelmstraße. Dort liegt das Jakob-Kaiser-Haus mit vielen Abgeordnetenbüros, das Reichstagsgebäude ist nur wenige Meter entfernt. "Der Senat des Landes Berlin als auch dessen Bezirk Mitte werden bei der Einleitung der erforderlichen Maßnahmen zur Straßenumbenennung durch den Deutschen Bundestag positiv begleitet", hieß es in einem Statement. Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne), der der Baukommission vorsitzt, sagte: "Das unverrückbare Bekenntnis zur Sicherung jüdischen Lebens in unserem Land ist wichtiger denn je ." Umbenennung kommendes Jahr realistisch Die Initiative geht auf den Verein Freundeskreis Yad Vashem zurück. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) unterstützt den Vorschlag. "Ich begrüße die Entscheidung der Baukommission des Ältestenrats des Deutschen Bundestags und freue mich sehr auf eine zeitnahe Umbenennung der Dorotheenstraße", sagte Wegner der ZEIT. "Die Benennung einer Straße nach der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ist ein wichtiges und starkes Zeichen – gerade in Zeiten zunehmenden Antisemitismus." Als Nächstes muss der Ältestenrat des Bundestags dem Vorschlag zustimmen, was als Formalie gilt. "Die Prüfung und abschließende Entscheidung liegt beim Bezirk Mitte. Die Senatskanzlei ist in engem Austausch mit dem Bezirksamt Mitte. Ich hoffe zeitnah auf einen positiven Beschluss durch den Bezirk", sagte Kai Wegner. Eine Umbenennung könnte dann kommendes Jahr erfolgen. Freundeskreis Yad Vashem hofft auf schnelle Umsetzung Auch der ideengebende Verein Freundeskreis Yad Vashem begrüßte den neuen Stand. "Die Benennung einer Straße im Herzen Berlins nach Yad Vashem, dem internationalen Zentrum der Holocaust-Erinnerung in Jerusalem, würde ein sichtbares Zeichen im politischen Zentrum Deutschlands setzen. Sie verweist auf die Verantwortung, Erinnerung dauerhaft im öffentlichen Raum zu verankern", sagte der Vorsitzende des Vereins, Kai Diekmann. Er forderte eine zeitnahe Umsetzung. Die 1953 gegründete Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem dient der Erinnerung, Forschung, Dokumentation und Bildung mit Bezug auf den Holocaust . Die Stätte bewahrt Millionen von Namen und Dokumenten auf, um die Erinnerung lebendig zu halten und zukünftige Generationen über den von den Nazis verübten Völkermord an den Juden aufzuklären. Derzeit bereitet Yad Vashem die Einrichtung eines Holocaust-Bildungszentrums in Deutschland vor.