Zeit 07.03.2026
17:20 Uhr

Hohe Benzinpreise: Deutscher Zoll kontrolliert Grenzpendler wegen Tankens in Polen


Wegen der stark gestiegenen Spritpreise tanken immer mehr Deutsche im benachbarten Polen. Der Zoll führt deshalb verstärkt Kontrollen an der Grenze durch.

Hohe Benzinpreise: Deutscher Zoll kontrolliert Grenzpendler wegen Tankens in Polen
Die wegen des Iran-Krieges deutlich gestiegenen Benzinpreise haben einen Ansturm auf vergleichsweise günstigere Tankstellen in der polnischen Grenzregion ausgelöst. An der brandenburgischen Grenze zu Polen kontrolliert der Zoll deshalb verstärkt sogenannte Tank-Touristen. Seit mehreren Tagen gebe es bundesweit an Grenzübergängen Stichproben, sagte die Zoll-Sprecherin Lisa Pörschmann gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Demzufolge richten sich die Kontrollen gegen Autofahrer, die i m benachbarten Ausland günstigeren Sprit kaufen und wieder zurück nach Deutschland kommen, ohne ihn zu verzollen. Kontrollschwerpunkte seien die in Brandenburg, Sachsen und Bayern gelegenen Grenzübergänge nach Polen und Tschechien. Tanken bei den Nachbarn ist viel günstiger Zwar waren die Spritpreise zuletzt auch in Polen gestiegen, unter anderem wegen anderer Steuersätze lag der Literpreis aber dennoch um 30 bis 60 Cent niedriger als in Deutschland. Wegen des Preisunterschieds bei Sprit komme es teilweise zu langen Schlangen an polnischen Tankstellen, sagte der Leiter für Regionalpolitik der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg, Robert Radzimanowski. "Für die deutschen Tankstellen im Grenzraum verschärft sich dadurch die Ertragslage zusätzlich", sagte Radzimanowski. Woidke kritisiert "Abzocke" an Tankstellen Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kritisierte den deutlichen Preisanstieg an den Tankstellen als "Abzocke" und forderte die Bundesregierung zum Eingreifen auf. "Kein Mensch versteht, warum die Preise in Deutschland für den gleichen Sprit um 60 Cent höher sind als in Polen. Und das, obwohl beide Länder benachbarte EU-Staaten sind", sagte Woidke gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Bundesregierung müsse endlich tätig werden und diesen "unhaltbaren Missstand" beheben. "Die Preistreiberei an den Tankstellen ist reine Abzocke", sagte Woidke weiter. Das Bundeskartellamt gab zuletzt an, die aktuelle Preisentwicklung zu prüfen. "Sollten sich Hinweise auf kartellrechtswidriges Verhalten der Mineralölkonzerne zeigen, würden wir konsequent dagegen vorgehen", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt.