Zeit 01.12.2025
11:45 Uhr

Hochhausbrand in Hongkong: Baugerüst-Bedeckung in Hongkong soll gegen Brandschutz verstoßen haben


Ein Netz vor den in Flammen geratenen Hochhäusern in Hongkong soll laut Behörden gegen Brandschutzauflagen verstoßen haben. Es gab 13 Festnahmen.

Hochhausbrand in Hongkong: Baugerüst-Bedeckung in Hongkong soll gegen Brandschutz verstoßen haben
Die Behörden in Hongkong haben nach dem Feuer mit mehr als hundert Toten die Baugerüstbedeckung als Verstoß gegen Brandschutzverordnungen eingestuft. Es seien Proben des verdächtigen Netzstoffs entnommen worden, der sieben Gebäude bedeckt hatte, sagte der für Sicherheit zuständige Beamte Chris Tang. Bei sieben Proben sei ein Verstoß gegen Standards festgestellt worden. In Hongkong hatten vergangene Woche mehrere Wohnhäuser stundenlang in Flammen gestanden. Jüngsten Angaben zufolge starben mindestens 151. Zuletzt seien weitere fünf Leichen ausfindig gemacht worden, teilte Tsang Shuk-yin von der Hongkonger Polizei mit. 104 Menschen würden noch vermisst. Nach dem Feuer seien sofort "umfassende Ermittlungen" eingeleitet worden, sagte Chan Tung von der Polizei. Diese hätten bislang zur 13 Festnahme geführt. Der Brand war vergangenen Mittwoch in einer Wohnanlage im Bezirk Tai Po ausgebrochen und wurde erst vergangenen Freitag vollständig gelöscht. Sieben der acht Wohngebäude gingen in Flammen auf. Tausende Menschen wurden obdachlos. Bewohner beschwerten sich wegen Nylon-Netz An dem Komplex hatte es Renovierungsarbeiten gegeben. Deshalb waren die Gebäude mit Bambusgerüsten eingerüstet, die wiederum mit einem Nylon-Netz bedeckt waren. Bewohnerinnen und Bewohner hätten sich fast ein Jahr lang wegen des Netzes beschwert , teilte das Hongkonger Arbeitsministerium mit. Laut Ermittlungsergebnissen wurde das Feuer durch die Bambusgerüste und andere brennbare Materialien, die zum Schutz vor Staub und herabfallenden Gegenständen verwendet wurden, angeheizt. Die Feuerwehr bestätigte zudem Angaben der Bewohner, wonach der Brandalarm nicht funktionierte. Behörden gehen gegen Kritiker vor Außer gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen für den Brand gehen die Hongkonger Behörden auch gegen Menschen vor, die ihrer Ansicht nach Falschinformationen über das Unglück verbreiten. Tang sprach von "unzutreffenden Kommentaren", die im Internet veröffentlicht worden seien, mit dem Ziel, "die nationale Sicherheit zu bedrohen". "Als Konsequenz müssen wir angemessene Maßnahmen ergreifen, darunter polizeiliche Maßnahmen", sagte Tang. In Hongkong ist die Meinungsfreiheit eingeschränkt . Die Regierung geht gegen öffentliche Kritik vor und begründet das oft mit der nationalen Sicherheit . Zuletzt wurde ein Mann unter dem Verdacht der Aufwiegelung verhaftet, der geholfen hatte, eine Online-Petition für eine Rechenschaftspflicht der Regierung zu organisieren, wie örtliche Medien berichteten. Zwei weitere Personen seien in Gewahrsam genommen worden, darunter eine Person, die nach dem Feuer in Tai Po ihre Freiwilligendienste angeboten hatte.