Zeit 02.12.2025
10:45 Uhr

Haushalte der Kommunen: Kommunale Schulden lagen im vergangenen Jahr bei 343 Milliarden Euro


Von Anfang bis Ende des Jahres 2024 stiegen die Schulden der Gemeinden in Deutschland um mehr als sechs Prozent. Zum Jahresende lagen sie bei 4.448 Euro pro Kopf.

Haushalte der Kommunen: Kommunale Schulden lagen im vergangenen Jahr bei 343 Milliarden Euro
Im Laufe des Jahres 2024 sind die Schulden von Gemeinden und Gemeindeverbänden in Deutschland um 6,3 Prozent gestiegen. Das geht aus einer Modellrechnung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder hervor. 2023 hatte der Anstieg demnach noch bei drei Prozent gelegen. Zum Ende des Jahres 2024 lagen die Schulden laut dem Statistischen Bundesamt bei 343,8 Milliarden Euro – das entspricht 4.448 Euro pro Person. Für die Berechnung der sogenannten integrierten kommunalen Schulden werden neben den Kernhaushalten auch die Schulden der Extrahaushalte sowie kommunale Beteiligungen, beispielsweise an Unternehmen, betrachtet. Die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg werden dabei nicht berücksichtigt. In den amtlichen Finanzstatistiken werden sie der Länderebene zugeordnet, nicht der kommunalen Ebene. Der Anstieg der Gesamtverschuldung ist dem Bundesamt zufolge insbesondere auf den deutlichen Schuldenaufbau der kommunalen Kern- und Extrahaushalte zurückzuführen. Die Schulden stiegen hier um 10,9 beziehungsweise 9,5 Prozent, womit die Haushalte 2024 ein Rekorddefizit aufwiesen. Auch die Schulden der Beteiligungen an öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen wuchsen demnach um 2,4 Prozent. Schuldenrückgang in Rheinland-Pfalz Die höchste Pro-Kopf-Verschuldung wiesen der Modellrechnung zufolge Hessens Kommunen auf. Sie lagen Ende vergangenen Jahres bei 6.291 Euro je Einwohner, ein Anstieg von 6,8 Prozent. Im Jahr zuvor hatte das Saarland mit 6.100 Euro pro Person den höchsten Wert. Den stärksten Anstieg der integrierten kommunalen Schulden verzeichnete 2024 Nordrhein-Westfalen mit fast zehn Prozent. Dahinter folgen Schleswig-Holstein mit 8,9 Prozent und Bayern mit acht, wobei beide Länder mit ihrer Pro-Kopf-Verschuldung deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen. In Rheinland-Pfalz gingen die integrierten Schulden der Gemeinden dagegen deutlich zurück. Sie sanken um mehr als zehn Prozent. Seit 2024 können Kommunen dort über ein Landesprogramm Liquiditätskredite vom Land übernehmen lassen. Mit rund 4.250 Euro Schulden je Einwohner liegt das Land inzwischen unter dem Bundesschnitt. Die bundesweit niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung wiesen Brandenburg mit 2.587 Euro und Sachsen mit 3.148 Euro auf.