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09.02.2026
19:59 Uhr
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Der ehemalige FDP-Abgeordnete Hartmut Ebbing soll einen siebenjährigen Jungen missbraucht haben. Das berichten mehrere Medien. Er bestreitet die Vorwürfe.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat Medienberichten zufolge Anklage wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von Kindern gegen den ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Hartmut Ebbing erhoben. Ebbing soll laut Berichten von Spiegel und Bild -Zeitung einen siebenjährigen Jungen missbraucht haben. Der Beschuldigte bestreitet demnach die Vorwürfe. Bei dem mutmaßlichen Opfer soll es sich um den Sohn einer Lehrerin aus Goslar handeln, mit der Ebbing im Jahr 2021 eine Beziehung einging. Die Mutter soll ihren Sohn im September des Jahres zunächst selbst missbraucht und Ebbing dann davon Fotos geschickt haben. Zudem habe sie Nacktfotos von ihren sieben- und neunjährigen Söhnen an den Politiker versendet. Im selben Monat soll Ebbing den Jungen bei einem Besuch der Mutter missbraucht haben. Laut der Staatsanwaltschaft Braunschweig wird der Frau sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen, sexueller Missbrauch von Kindern, Herstellung und Verbreitung von kinderpornografischen Inhalten vorgeworfen werden, wie der Spiegel berichtet. Die Anklage ist noch nicht zugelassen. Besitz von Missbrauchsdarstellungen Ebbing war der Staatsanwaltschaft zufolge bereits im Februar 2025 vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin wegen Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie in mehreren Fällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden, wie der Spiegel berichtet. Die FDP teilte mit, Ebbing zum Austritt gedrängt zu haben. "Herr Ebbing ist kein Mitglied der FDP mehr. Die Partei hat ihn nach Bekanntwerden der Berichterstattung zum Austritt aufgefordert. Dem ist er nachgekommen", zitiert der Spiegel einen Sprecher der Partei. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft gab bereits am Samstag Ebbings Rücktritt vom Amt des Schatzmeisters bekannt und äußerte sich zu den Vorwürfen. Der Rücktritt sei von Ebbing selbst ausgegangen, als Gründe habe er dabei "persönlichen und gesundheitliche Umstände" genannt. "Über die nun bekannt gewordenen Vorwürfe sind wir entsetzt", teilte die Gesellschaft mit. "Die ihm vorgeworfenen Handlungen abscheulich und menschenverachtend. Sie widersprechen allem, wofür die Deutsch‑Israelische Gesellschaft e.V. steht." Ebbing saß von 2017 bis 2021 für die FDP im Bundestag. Der 69-Jährige ist Vater von drei Kindern.