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10.02.2026
05:51 Uhr
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Eine Brücke zwischen der kanadischen Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat Michigan soll bald den Handel ankurbeln. Der US-Präsident nutzt sie nun als Druckmittel.

US-Präsident Donald Trump hat im Handelsstreit mit Kanada dem Land mit der Blockade einer neuen Grenzbrücke zwischen beiden Ländern gedroht. Er werde die Eröffnung der Brücke nicht zulassen, bis Kanada die Vereinigten Staaten "mit der Fairness und dem Respekt" behandle, den die USA verdienten, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform. Die Brücke müsse auch mindestens zur Hälfte den USA gehören, forderte er und kündigte Verhandlungen an. Konkretere Angaben dazu machte Trump nicht. Die Gordie Howe International Bridge über den Detroit River verbindet die Stadt Windsor in der kanadischen Provinz Ontario mit der US-Stadt Detroit im nördlichen Bundesstaat Michigan. Die Brücke mit sechs Fahrspuren soll auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden können. Die Eröffnung ist in diesem Jahr geplant. Brücke zwischen Kanada und USA seit 2018 im Bau Kanada finanziert nach eigenen Angaben die Baukosten in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar (3,95 Milliarden Euro), die dann mit den Mautgebühren refinanziert werden sollen. Die Arbeiten an der Brücke hatten 2018 begonnen. Wenn sie eröffnet ist, soll sie den Handel zwischen den Nachbarländern weiter ankurbeln. Trump warf Kanada in seinem Post vor, für den Bau keine US-Produkte wie Stahl genutzt zu haben. Zudem kritisierte Trump erneut die jüngst von Kanadas Premierminister Mark Carney angekündigte begrenzte Annäherung an China in Handelsfragen. Deswegen hatte er dem Nachbarland unlängst bereits mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf den Import von Waren gedroht . Auch Strafzölle auf die Einfuhr kanadischer Flugzeuge hatte er jüngst angedroht. Wiederholte Drohgebärden gegenüber Kanada Trump greift häufig zu Zöllen, um seinen Willen durchzusetzen. Davon bleiben auch traditionell enge Verbündete wie Kanada nicht verschont. Bisweilen nutzt Trump Zölle aber auch nur als Drohgebärde und setzt diese letztlich nicht um. Carney hatte Mitte Januar bei einem Chinabesuch eine "neue strategische Partnerschaft" mit China verkündet und eine Vereinbarung für ein Handelsabkommen bekannt gegeben. In diesem Rahmen soll China bis zum 1. März die Zölle auf Rapsimporte aus Kanada von derzeit 84 Prozent auf rund 15 Prozent senken. China will zudem kanadischen Besuchern die visumfreie Einreise ermöglichen. Im Gegenzug soll Kanada 49.000 chinesische Elektrofahrzeuge zu neuen Vorzugszöllen von 6,1 Prozent importieren. Die USA sind für Kanada mit Abstand der wichtigste Handelspartner. Sektorzölle der USA in den Bereichen Autos, Stahl und Aluminium treffen die kanadische Wirtschaft hart. Dennoch blieben bislang mehr als 85 Prozent des bilateralen Handels der beiden Länder von dem Handelskonflikt unberührt. Neben Zöllen drohte Trump auch immer wieder mit einer Annexion Kanadas , um das Land in den 51. Bundesstaat der USA zu verwandeln.