Zeit 10.01.2026
17:07 Uhr

Handelsabkommen: Landwirte in Irland protestieren gegen Mercosur-Abkommen


Nach der Einigung der EU und der Mercosur-Staaten auf ein Freihandelsabkommen protestieren Tausende irische Landwirte. Sie fürchten die Einfuhr von Billigfleisch.

Handelsabkommen: Landwirte in Irland protestieren gegen Mercosur-Abkommen
In Irland haben Tausende Landwirte gegen das Freihandelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten protestiert. "Wir erwarten, dass die irischen Europaabgeordneten sich hinter die Landwirtschaft stellen und das Mercosur-Abkommen ablehnen", forderte der Vorsitzende des irischen Bauernverbands IFA, Francie Gorman. Die irischen Landwirte fürchten durch das Abkommen die Einfuhr zusätzlicher 99.000 Tonnen von preiswertem Rindfleisch aus Südamerika. Die Landwirte kamen in der irischen Stadt Athlone im Zentrum des Landes zusammen. Auf Schildern an ihren Traktoren standen Slogans wie "Nein zu Mercosur" und "Unterstützung für die irische Landwirtschaft". Am Freitag waren bereits Landwirte in Polen, Frankreich und Belgien gegen Mercosur auf die Straße gegangen. Handelsabkommen soll am 17. Januar unterzeichnet werden Zuvor hatten die 27 EU-Mitgliedstaaten am Freitag nach mehr als 25 Jahren Verhandlung mehrheitlich für das Freihandelsabkommen gestimmt. Frankreich und Irland stimmten dagegen. Die Zustimmung des EU-Parlaments für den Handelsvertrag steht jedoch noch aus. Am 17. Januar soll das Abkommen in Paraguay unterzeichnet werden. Mit dem Abkommen soll die Mehrheit der Zölle wegfallen. Die Kommission erhofft sich damit eine Steigerung der EU-Exporte in die südamerikanischen Länder von bis zu 39 Prozent. Europa liefert unter anderem Autos und chemische Produkte in die Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Diese exportieren hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe nach Europa. Trotz zahlreicher Zugeständnisse durch die EU-Kommission steht das Abkommen bei vielen Landwirten in der Kritik . Neben dem Konkurrenzfaktor beanstanden sie, dass die günstigeren Produkte aus Südamerika möglicherweise nicht den europäischen Produktionsstandards entsprechen.