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30.01.2026
08:57 Uhr
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Der Preis für Waren, die nach Deutschland importiert werden, sind so stark gesunken wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Das hat Folgen für die Inflation.

Die deutschen Importpreise sind im Dezember wegen billigerer Energie so stark gefallen wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Sie sanken um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Dies war der stärkste Rückgang gegenüber dem Vorjahr seit März 2024", hieß es. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten allerdings einen noch stärkeren Rückgang von 2,6 Prozent erwartet, nach einem Minus von 1,9 Prozent im November. 2025 insgesamt gaben die Importpreise um 0,3 Prozent nach, nachdem sie 2024 um 1,2 Prozent und 2023 um 6,5 Prozent gefallen waren. Da die deutsche Wirtschaft sehr viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, wirken sich Einfuhrpreise früher oder später auch auf die allgemeine Inflation aus. Im Dezember fiel die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen auf 1,8 Prozent. Für Januar wird ein Anstieg auf 2,0 Prozent erwartet. Das Statistikamt will dazu am Nachmittag eine erste Schätzung veröffentlichen. Den größten Einfluss auf die Entwicklung der Einfuhrpreise hatten zuletzt erneut die Energieimporte. Diese verbilligten sich um 20,6 Prozent im Vergleich zum Dezember 2024. Rohöl kostete 23,2 Prozent weniger, während für Erdgas 23,4 Prozent und für Strom 14,0 Prozent weniger verlangt wurden. Mineralölerzeugnisse wie Benzin waren 13,1 Prozent günstiger. Rechnet man ohne den billigeren Energiepreis, fielen die Einfuhrpreise nur um 0,3 Prozent. Für aus dem Ausland eingeführte Nahrungsmittel musste mehr Geld hingelegt werden: Sie verteuerten sich im Schnitt um 0,8 Prozent. Teurer wurden etwa geschälte Haselnüsse (+55,8 Prozent), Kaffee (+36,5 Prozent), Rindfleisch (+24,1 Prozent) und Geflügelfleisch (+14,9 Prozent). Billiger wurden dagegen Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-33,3 Prozent), Zucker (-16,8 Prozent), Olivenöl (-16,0 Prozent), Schweinefleisch (-14,9 Prozent) sowie Milch und Milcherzeugnisse (-8,2 Prozent).