Zeit 03.02.2026
13:53 Uhr

Hamburger Hafen: Zwei Festnahmen nach versuchter Sabotage an Marineschiffen in Hamburg


Kies im Motor, zerstochene Frischwasserleitungen: Zwei Männer sollen mehrere Marineschiffe im Hamburger Hafen beschädigt haben. Es wird geprüft, ob sie beauftragt wurden.

Hamburger Hafen: Zwei Festnahmen nach versuchter Sabotage an Marineschiffen in Hamburg
Nach versuchter Sabotage an deutschen Marineschiffen im Hamburger Hafen haben Ermittler zwei Beschuldigte festgenommen. Die Zugriffe erfolgten in Hamburg und in einem Dorf in Griechenland, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Hansestadt mitteilte. Die beiden Verdächtigen sollen demnach im vergangenen Jahr versucht haben, mehrere auf einer Werft liegende und für die Bundesmarine bestimmte Korvetten zu beschädigen. Es handle sich bei den Verdächtigen um einen 37-jährigen Rumänen und einen 54-jährigen Griechen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Sie sollen im Hafen gearbeitet und dabei technische Anlagen an Bord der auf einem Werftgelände liegenden Schiffe manipuliert und sabotiert haben. Demnach füllten sie unter anderem 20 Kilogramm sogenannten Strahlkies in den Motorblock eines Schiffes, zerstachen Frischwasserzuleitungen und deaktivierten Sicherungsschalter. Die Ermittler durchsuchten auch die Wohnungen der Beschuldigten in Hamburg, Rumänien und Griechenland. Koordiniert wurden die Zugriffe über Eurojust in Den Haag. Daran beteiligt waren das Landeskriminalamt Hamburg sowie griechische und rumänische Strafverfolgungsbehörden. Taten wurden rechtzeitig entdeckt Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden die Taten rechtzeitig entdeckt und Schäden an den Schiffen damit verhindert. Andernfalls hätten die Korvetten aber schwer beschädigt werden können. Dies wiederum hätte "die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und die Schlagkraft der Truppe gefährden können". Der Vorwurf gegen die beiden Beschuldigten lautet auf versuchte Sabotage an Verteidigungsmitteln. Im Zuge der Ermittlungen werde auch die Frage möglicher Auftraggeber der Beschuldigten geprüft. Der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, hatte im vergangenen Jahr berichtet, Saboteure hätten in mehr als einem Fall gezielte Schäden an Kriegsschiffen in Deutschland angerichtet . WDR, NDR und Süddeutsche Zeitung hatten damals berichtet, die Korvette Emden , die von der Hamburger Werft Blohm+Voss gebaut, aber zunächst nicht an die Marine ausgeliefert wurde, sei ein Sabotage-Ziel gewesen. Eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Geschehnisse auf der Emden seien Gegenstand der Ermittlungen – der Haftbefehl beziehe sich jedoch auf eine mutmaßliche Handlung an einem anderen Schiff.