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02.12.2025
11:44 Uhr
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Nach Berichten über Pfusch untersucht Hongkong die Ursachen für den Großbrand, bei dem mehr als 150 Menschen starben. Die Regierung geht gegen Kritiker vor.

Nach dem Großbrand in einem Hongkonger Gebäudekomplex hat Regierungschef John Lee eine Untersuchung angekündigt. Ein unabhängiges Gremium solle "eine umfassende und tiefgreifende Prüfung" des Brands vornehmen, sagte Lee – auch, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. "Wir müssen die Wahrheit aufdecken", sagte Lee. Bei dem Brand im nördlichen Stadtteil Tai Po waren in der vergangenen Woche mindestens 151 Menschen getötet worden. 30 Menschen werden weiterhin vermisst. Das Feuer war am vergangenen Mittwoch in einer Wohnanlage ausgebrochen und hatte sich auf sieben Hochhäuser ausgebreitet, in denen Tausende Menschen wohnten . Nach ersten Ermittlungen soll es bei Renovierungsarbeiten an den Häusern gravierende Sicherheitsmängel gegeben haben. Demnach wurde dabei unter anderem Baumaterial verwendet, das nicht den Feuerschutzstandards entsprach . Die Baugerüste sollen zudem aus Bambus bestanden haben. Während der Löscharbeiten kursierten Videos, auf denen zu sehen war, wie brennende Gerüstelemente zu Boden stürzen . Regierung geht gegen Kritiker vor Im Zuge der Ermittlungen haben die Behörden mindestens 14 Menschen festgenommen. Ihnen werden Korruption und Fahrlässigkeit bei den Renovierungsarbeiten vorgeworfen. Regierungschef Lee sagte, die Verantwortlichen müssten "zur Rechenschaft gezogen werden". Sie hätten die Vorschriften bewusst umgangen, um die Aufsichts- und Strafverfolgungsbehörden zu täuschen. Er brachte zudem Reformen beim Bau, in der Instandhaltung, bei Sicherheit und Aufsicht ins Spiel. "Wir müssen entschieden vorgehen, um sicherzustellen, dass alle diese Schlupflöcher gestopft werden", sagte er. Unterdessen geht die Regierung gegen Kritiker vor. Sicherheitsbehörden nahmen mehrere Menschen fest, die mit Flugblättern eine unabhängige Untersuchung des Großbrandes gefordert hatten. Zwei prodemokratische Gruppierungen wurden verboten, ihren Mitgliedern drohen hohe Geldstrafen und viele Jahre Haft. Hongkongs Sicherheitschef Chris Tang sagte zudem, man würde "angemessene Maßnahmen" gegen "unzutreffende Kommentare" im Netz ergreifen.