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15.01.2026
11:35 Uhr
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Die Grünen befürworten den "symbolischen Beistand" der Bundeswehr für Dänemark. Aus Unionssicht geht Deutschland durch die Entsendung von Soldaten auf US-Interessen ein.

Die Bundestagsfraktionen von Union und Grünen haben die Entsendung von Bundeswehrsoldaten nach Grönland befürwortet. Thomas Erndl (CSU), verteidigungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, sagte, es sei richtig, dass Deutschland schnell auf die Einladung der dänischen Regierung reagiere. Damit zeigten die Europäer, dass sie die Sicherheitsbedenken der USA adressierten, sagte Erndl der Funke Mediengruppe. Zudem erschwere man so "nicht abgesprochene Aktionen des US-Präsidenten". "Trump von seinem Wahnsinn abhalten" Die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünenbundestagsfraktion, Sara Nanni, sagte, Deutschland müsse "selbstverständlich dabei sein, wenn sich Dänemark in diesen schweren Stunden symbolischen Beistand wünscht". Die Teilnahme an der dänisch geführten Übung müsse man als einen solchen symbolischen Beistand verstehen. Von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) forderte Nanni, Trump klarzumachen, dass es auch in Deutschland Folgen für die USA hätte, sollten sie tatsächlich die territoriale Integrität Dänemarks und Grönlands angreifen. Der Rheinischen Post sagte sie, es sei wichtig, die "militärische Geste der Solidarität mit Dänemark durch handfeste diplomatische Drohungen" in Richtung der USA zu ergänzen. Nur so könne Trump "von seinem Wahnsinn" abgehalten werden. Auch Frankreich, Schweden und Norwegen entsenden Soldaten Das Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch die Entsendung von 13 Bundeswehrsoldaten nach Grönland angekündigt . Auf Einladung Dänemarks werde man sich an einem Einsatz in Grönland beteiligen. Ziel des Einsatzes sei, "die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region" zu erkunden. Bereits an diesem Donnerstag bringt ein A400M-Transportflugzeug die Soldaten in die grönländische Hauptstadt Nuuk. Der Einsatz soll bis Samstag anhalten und "mit Vertretern weiterer Partnernationen stattfinden", teilte das Verteidigungsministerium mit. Auch Frankreich, Schweden und Norwegen kündigten an , auf Wunsch Dänemarks Soldaten nach Grönland zu entsenden. Frankreichs Botschafter für den Nord- und Südpol, Olivier Poivre d'Arvor, teilte am Vormittag mit, erste französische Soldaten seien bereits in Nuuk eingetroffen. Etwa 15 Gebirgsjäger seien dort, um die gemeinsame Militärübung mit Soldaten anderer europäischer Länder vorzubereiten. Er sprach von einem "starken politischen Signal". Russland spricht von "antirussischer und antichinesischer Agenda" Unterdessen kritisierte Russland die Entsendung von Soldaten aus Nato-Ländern nach Grönland. Die Militärmission auf der Insel "bereitet uns große Sorge", teilte die russische Botschaft in Brüssel mit. Die Nato begründe ihre verstärkte militärische Präsenz in der Region mit einer wachsenden Bedrohung durch Russland und China. Doch dabei handele es sich um einen "falschen Vorwand". Die Botschaft warf der Nato vor, die Äußerungen der USA zu Grönland zu nutzen, um eine "antirussische und antichinesische Agenda voranzutreiben". Die Arktis müsse ein "Gebiet des Friedens, des Dialogs und der fairen Zusammenarbeit" bleiben. Der Konflikt um Grönland hat sich in den vergangenen Monaten deutlich zugespitzt. US-Präsident Donald Trump beansprucht die größte Insel der Welt für die USA. Neben einem Kauf der Insel schloss er auch militärische Schritte und eine faktische Übernahme nicht aus. Die US-Ansprüche begründete er unter anderem mit Sicherheitsbedenken aufgrund der Präsenz Chinas und Russlands in der Arktis. Dänemark wirft der US-Präsident mangelnde Verteidigungsfähigkeit vor. Völkerrechtlich gehört Grönland zum Königreich Dänemark, strebt langfristig jedoch größere Unabhängigkeit an.