Zeit 14.01.2026
20:42 Uhr

Grönland und USA: Keine Einigung bei US-dänischen Gesprächen über Grönland


Das Treffen der Außenminister Dänemarks und Grönlands mit JD Vance und Marco Rubio brachte keine Lösung. Dänemark lehnt eine US-Übernahme Grönlands weiterhin rundweg ab.

Grönland und USA: Keine Einigung bei US-dänischen Gesprächen über Grönland
Auch nach dem Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland gibt es keine Lösung im Konflikt um die Arktisinsel. Zwischen den Parteien bestehe eine "fundamentale Meinungsverschiedenheit", sagte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen nach einem Treffen mit dem US-Außenminister Marco Rubio und US-Vizepräsident JD Vance im Weißen Haus. Rasmussen wurde dabei von seiner grönländischen Amtskollegin Vivian Motzfeldt begleitet. Dänemark und die USA hätten weiterhin "unterschiedliche Positionen", sagte Rasmussen. Entgegen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump sei es "absolut nicht notwendig", dass die USA Grönland übernähmen. Die Sicherheit Grönlands ließe sich auch ohne eine Übernahme durch die USA langfristig gewähren. Vorschläge, welche die territoriale Integrität Dänemarks und das Selbstbestimmungsrecht Grönlands missachteten, seien "natürlich total inakzeptabel". US-dänische Arbeitsgruppe soll Gespräche fortsetzen Das Treffen sei nach "einer Reihe, wie soll ich sagen, bemerkenswerter öffentlicher Äußerungen zur Sicherheit Grönlands und der Arktis" zustande gekommen. "Unser Ziel war es, einen gemeinsamen Weg zu finden, diese Sicherheit zu erhöhen." Beide Seiten einigten sich demnach aber lediglich darauf, eine Arbeitsgruppe einzurichten, um Wege zu finden, die Differenzen zu überbrücken. "Die Gruppe sollte sich unserer Ansicht nach darauf konzentrieren, wie die Sicherheitsbedenken der USA berücksichtigt werden können, ohne dabei die roten Linien des Königreichs Dänemark zu überschreiten", sagte der Außenminister. Vance und Rubio äußerten sich zunächst nicht zu den Gesprächen. Vor dem Treffen hatte Trump seinen Willen, Grönland zu kontrollieren, abermals unterstrichen . "Die Vereinigten Staaten brauchen Grönland aus Gründen der nationalen Sicherheit", schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. "Alles andere ist inakzeptabel." Die Nato solle für eine Übernahme Grönlands durch die USA den Weg ebnen, forderte Trump weiter. "Wenn wir es nicht tun, werden es Russland oder China machen, und das wird nicht passieren." Zuvor hatte Trump bekundet, er strebe weiterhin einen Erwerb und keine Pacht der Insel an. Mehrmals hatten Vertreter der Trump-Regierung bekundet, auch der Einsatz von Militär sei nicht ausgeschlossen. In Kopenhagen gilt das bislang weiterhin als wenig wahrscheinlich: Es sei eine "hypothetische" Situation, sagte der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen. "Aber der Befehl ist, dass man das Königreich verteidigen muss, wenn man angegriffen wird." Soldaten aus Schweden und Deutschland auf Grönland erwartet Dänemark kündigte vorab an, seine Militärpräsenz auf der Insel erhöhen zu wollen . Dabei wird das Land von europäischen Nato-Verbündeten unterstützt. So teilte Schwedens Regierungschef Ulf Kristersson mit, noch im Laufe des Mittwochs würde eine Gruppe schwedischer Offiziere in Grönland eintreffen. Norwegen kündigte ebenfalls an, mehrere Soldaten zu entsenden. An dem Einsatz beteiligt sich auch Deutschland: Ein Transportflugzeug werde am Donnerstagmorgen 13 Angehörige der Bundeswehr in die grönländische Hauptstadt Nuuk bringen, teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit. Ein Aufklärungstrupp solle "Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks und bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region" erkunden. Grönland ist die größte Insel der Welt. Bis 1953 war es eine Kolonie Dänemarks, mittlerweile ist es weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet aber weiter die ehemalige Kolonialmacht Dänemark. Durch die Anbindung an Dänemark ist Grönland auch Teil der Nato. Die geopolitische Rolle Grönlands dürfte perspektivisch wachsen , da durch das Auftauen des Eisschildes die Schifffahrt im hohen Norden an Bedeutung gewinnt. Neben den USA wollen auch Russland und China ihre Präsenz in der Arktis steigern.