Zeit 22.01.2026
13:13 Uhr

Grönland: USA soll in Grönland-Abkommen Mitbestimmungsrecht eingeräumt werden


Eine künftige Vereinbarung zu Grönland könnte den Einfluss der USA stärken. Sie sollen ein Mitbestimmungsrecht erhalten, wenn Länder in Grönland investieren wollen.

Grönland: USA soll in Grönland-Abkommen Mitbestimmungsrecht eingeräumt werden
Donald Trump hat mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte offenbar ein Rahmenabkommen zu einer künftigen Vereinbarung zu Grönland erarbeitet. Das teilte der US-Präsident mit, Rutte bestätigte das. Genaue Details sind noch nicht bekannt. Ein Nato-Sprecher sagte, die Verbündeten planten, gemeinsam daran zu arbeiten, die Sicherheit der Arktis zu gewähren. Mehrere Punkte sollen besprochen worden sein: Die für den 1. Februar geplanten Zölle der USA gegen acht europäische Länder, darunter Deutschland, sollen nicht erhoben werden. Das existierende Stationierungsabkommen für US-Truppen zwischen den USA und Dänemark aus dem Jahr 1951 soll überarbeitet und die Pläne für den US-Raketenabwehrschirm Golden Dome aufgenommen werden. Das teilten Teilnehmerkreise der ZEIT mit. Den USA soll ein Mitbestimmungsrecht zugesichert werden, wenn Länder in Grönland investieren und Rohstoffe explorieren wollen, erfuhr die ZEIT aus Teilnehmerkreisen. Das soll ein entsprechendes Vorgehen von China und Russland verhindern. Nach Angaben aus informierten Kreisen, so teilte die Nachrichtenagentur dpa mit, ist ein stärkeres Engagement der europäischen Nato-Staaten im arktischen Raum geplant. Einzelheiten zu dem Rahmenabkommen würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, sagte Trump dem US-Sender CNBC. Die weiteren Verhandlungen sollen US-Vizepräsident JD Vance, US-Außenminister Marco Rubio und der US-Sondergesandte Steve Witkoff führen. Gespräche über US-Übernahme von Militärbasen in Grönland Laut einem Bericht der New York Times unter Berufung auf Regierungsbeamte fand Trumps Treffen mit Rutte statt, nachdem Vertreter der Nato über die Möglichkeit eines territorialen Kompromisses diskutiert hatten. Demnach könnte Dänemark den Vereinigten Staaten die Souveränität über kleine Gebiete Grönlands für Militärstützpunkte übertragen. Den Regierungsbeamten zufolge ist aber nicht klar, ob diese Überlegung Teil der von Trump angekündigten Rahmenvereinbarung ist. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hatte am Mittwoch betont, dass sie nicht über Fragen der staatlichen Souveränität verhandeln werde. Nato-Generalsekretär Rutte sagte, er habe mit Trump über diesen Punkt nicht gesprochen. Hintergrund des möglichen Rahmenabkommens ist Trumps Forderung nach einer vollständigen Kontrolle Grönlands. Diese begründete er mit der nationalen und internationalen Sicherheit. Dänemark hatte einen Verkauf des autonomen Gebiets, den Trump ebenfalls ins Gespräch gebracht hatte, ausgeschlossen. Widerstand gegen eine Übernahme Grönlands durch die USA kam zudem von acht europäischen Staaten, darunter Deutschland. Als Reaktion darauf hatte Trump den Staaten am Samstag erhöhte Zölle ab dem 1. Februar angedroht, sollten die USA Grönland nicht kaufen können. Diese Zölle hat der US-Präsident inzwischen wieder zurückgezogen. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.