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07.01.2026
03:22 Uhr
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Trotz harter Kritik aus der EU diskutiert die US-Regierung nach eigenen Angaben mögliche nächste Schritte. Berichten zufolge erwägt Donald Trump den Kauf der Insel.

Die USA haben ihre Position im Streit um die Kontrolle von Grönland trotz deutlicher Kritik bekräftigt. Der Erwerb Grönlands habe für die nationale Sicherheit der USA Priorität und sei entscheidend, um Gegner in der Arktis abzuschrecken, teilte die US-Regierung mit. "Der Präsident und sein Team diskutieren derzeit eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, wobei der Einsatz des US-Militärs immer eine Möglichkeit ist", sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Laut übereinstimmenden Medienberichten erwägt die US-Regierung derzeit einen Kauf der Insel. Außenminister Marco Rubio habe in einer vertraulichen Sitzung mit US-Abgeordneten gesagt, dass die jüngsten Drohungen keine militärische Invasion signalisieren sollten. Das Ziel sei ein Kauf, schrieb das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das berichtete auch die New York Times und meldete zudem unter Berufung auf Beamte, dass Trump seine Mitarbeiter um die Vorlage eines aktualisierten Plans für einen Erwerb der Insel gebeten habe. Trumps Vize-Stabschef Stephen Miller äußerte sich gegenüber CNN uneindeutig. "Grönland sollte Teil der USA sein", sagte er. Auf die Frage, ob die USA wie in Venezuela auch Gewalt gegen Verbündete einsetzen würden, fügte Miller allerdings hinzu: "Niemand wird wegen der Zukunft Grönlands mit den USA militärisch kämpfen." Die reale Welt werde von Stärke, von Gewalt und von Macht beherrscht. Der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, sprach sich indes deutlich gegen einen Militäreinsatz in Grönland aus. "Nein, ich halte das nicht für angemessen", sagte der Republikaner auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, militärische Gewalt einzusetzen, um das Gebiet zu erobern. Johnson sagte, er habe in letzter Zeit keine Gespräche mit Präsident Donald Trump über Grönland geführt. EU-Staaten kritisieren Drohungen der USA Nach der Intervention der USA in Venezuela am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump seinen Anspruch auf Grönland wiederholt. "Wir brauchen Grönland, absolut", sagte er dem Magazin The Atlantic . Die Insel sei "umzingelt von russischen und chinesischen Schiffen" und wichtig für die Sicherheit der USA . Schon kurz nach Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte der Präsident angekündigt, die als autonomes Gebiet zu Dänemark gehörende Insel unter US-Kontrolle stellen zu wollen . Zuletzt hatten europäische Staaten die USA mit deutlichen Worten vor einer Annexion der Insel gewarnt. "Grönland gehört seinem Volk. Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen", heißt es in einer Erklärung , die von Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien unterzeichnet wurde. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte zuvor, ein Angriff der USA würde das Ende der Nato besiegeln. Der grönländische Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen rief seine Landsleute nach den Aussagen des US-Präsidenten dazu auf, Ruhe zu bewahren. Er verstehe, dass manche Grönländer mit Blick auf die Situation in Venezuela beunruhigt über die jüngsten Aussagen Trumps seien, sagte Nielsen. "Aber Venezuela und Grönland sind nicht vergleichbar." Später sagte Nielsen , dass Grönland offen für Geschäfte mit den USA sei. Auch wolle man den Dialog mit verbündeten Ländern und mit der Nato verstärken.