Zeit 09.01.2026
10:58 Uhr

Grönland: Trump-Berater trafen offenbar Grönland-Gesandten im Weißen Haus


Bereits am Donnerstag hat es Berichten nach Gespräche zu Grönland im Weißen Haus gegeben. Offiziell hatte die US-Regierung ein Treffen für kommende Woche angekündigt.

Grönland: Trump-Berater trafen offenbar Grönland-Gesandten im Weißen Haus
Angesichts ‌des Streits über US-Pläne zur Übernahme Grönlands hat es laut Berichten bereits am Donnerstag ein Treffen im Weißen Haus gegeben. Dabei seien Vertreter des Nationalen Sicherheitsrates mit dem dänischen Botschafter Jesper Møller Sørensen und Grönlands Chef-Repräsentanten in den USA, Jacob Isbosethsen, zusammengekommen, meldeten mehrere Nachrichtenagenturen unter Berufung auf dänische Regierungskreise. Es sei darum gegangen, mehr Klarheit über ⁠die Äußerungen der USA zu Grönland zu erhalten. Die US-Regierung bestätigte das Treffen zunächst nicht. Die beiden Diplomaten hatten sich in dieser Woche bereits mehrfach mit US-Kongressabgeordneten getroffen. US-Außenminister Marco Rubio hatte Anfang der Woche für die kommende Woche ein Gespräch mit seinem dänischen Amtskollegen ​in Washington, D. C. angekündigt. US-Regierung diskutiert offenbar Pro-Kopf-Summe Zudem gab es Berichte über erste Ideen zu einem möglichen US-Kaufangebot. US-Regierungsvertreter erörterten die Möglichkeit von ‌Einmalzahlungen an die Einwohner Grönlands, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eingeweihte Personen meldete. Damit solle die Bevölkerung des dänischen Überseegebiets von einer Abspaltung und einem möglichen Anschluss an die USA überzeugt werden. Den Angaben nach wurden ‍Summen zwischen 10.000 und 100.000 US-Dollar pro Person ​diskutiert. Die Regierung in Washington bestätigte, dass Präsident Donald ‌Trump und seine Sicherheitsberater prüften, "wie ein potenzieller Kauf aussehen würde". Die dänische Regierung in Kopenhagen sowie die in der grönländischen Hauptstadt Nuuk wiesen die Vorstöße der US-Amerikaner zurück. Die Insel mit ihren 57.000 Einwohnern stehe nicht zum Verkauf. "Genug ist genug. Schluss mit den Annexionsfantasien", schrieb der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen bereits vergangenen Sonntag. Auch führende europäische Staaten ⁠wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien teilten in einer gemeinsamen Stellungnahme mit, dass Entscheidungen über die Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark allein diesen beiden vorbehalten seien. Trump-Regierung schließt Militäreinsatz nicht aus Trump äußert seit Langem Besitzansprüche über Grönland , das Teil des dänischen Königreichs ist. Das US-Präsidialamt hat seine Drohungen gegen Grönland zuletzt jedoch verschärft. Es gab eine offizielle Stellungnahme heraus, in der es hieß, die Insel sei "eine Priorität für die nationale Sicherheit". Zudem weigerte sich die Trump-Regierung, den Einsatz militärischer Gewalt auszuschließen. Trump sagte jüngst in einem Interview mit der New York Times , er müsse ganz Grönland besitzen, statt lediglich auf einen seit dem Jahr 1951 bestehenden Vertrag zurückzugreifen. Dieser Vertrag räumt den USA im Einvernehmen mit Dänemark und Grönland weitreichende Befugnisse ein, die Insel für Militärstützpunkte zu nutzen. "Ich denke, Eigentum verschafft einem etwas, was mit einem Pachtvertrag oder einem anderen Vertrag nicht möglich ist", sagte Trump. "Eigentum gibt einem Dinge und Rechte, die man durch die bloße Unterzeichnung eines Dokuments nicht erlangen kann." Umfragen zufolge wünscht sich eine große Mehrheit der Grönländer die Unabhängigkeit. Sie sind demnach zwar offen ​für eine Trennung von Dänemark, einen Anschluss an die USA lehnen sie jedoch ab.