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22.01.2026
16:26 Uhr
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Die EU-Staaten wollen am Abend über den Umgang mit den USA beraten. Kanzler und EU-Kommissionspräsidentin kamen vorher zu Beratungen zusammen. Donald Trump drohte.

Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen an diesem Donnerstagabend in Brüssel zu einem Sondergipfel zusammen, um über das weitere Vorgehen im Grönlandstreit zu beraten. Vor Beginn des Gipfels trafen sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zu einem Vieraugengespräch. Details wurden bisher nicht bekannt. Der Sondergipfel war von EU-Ratspräsident António Costa einberufen worden. Ursprünglich sollte es vor allem um die Frage gehen, wie die EU auf Erpressungsversuche von US-Präsident Donald Trump reagieren kann. Trump hatte wiederholt seinen Anspruch auf Grönland betont und europäischen Ländern, die sich seinen Übernahmeplänen entgegenstellten, mit zusätzlichen Zöllen gedroht. Am Mittwoch zeichnete sich dann etwas Entspannung ab. In seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos sagte Trump, er werde keine Gewalt anwenden, um Grönland zu übernehmen. Am Abend –nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte – kündigte er dann an, es sei ein Rahmenabkommen für Grönland geschlossen worden. Er zog seine für Februar angedrohten Zölle zurück. In einem Interview mit dem Sender Fox Business stellte Trump jedoch klar, dass er an seinem Anspruch auf Grönland festhält. Er rechne bei den anstehenden Gesprächen über Grönland damit, dass die USA unbegrenzten und dauerhaften Zugang zu der weltgrößten Insel erhalten würden, sagte er. Trump warnt vor Abstoßen von US-Staatsanleihen Aus dem Team von EU-Ratspräsident Costa hieß es, bei dem Sondergipfel solle trotz der weiteren Entwicklungen wie vorgesehen über die jüngsten Entwicklungen in den transatlantischen Beziehungen und deren Auswirkungen auf die EU gesprochen werden. Dazu gehöre weiterhin auch der Grönlandkonflikt. Vor dem Sondergipfel drohte Trump den Europäern zudem mit Vergeltungsmaßnahmen, sollten sie in großem Stil US-Staatsanleihen abstoßen. Sollte dies geschehen, würden die USA mit einem "großen Gegenschlag" antworten, sagte Trump bei Fox Business. Die Option, US-Staatsanleihen abzustoßen, war als mögliche Antwort auf Trumps Drohungen diskutiert worden. Ausländer halten rund ein Drittel der gehandelten US-Staatsanleihen – darunter auch europäische Staaten. Würden diese sich gemeinsam all ihrer US-Staatsanleihen entledigen, könnte das für die USA schmerzhaft werden: In dem Fall stiegen die langfristigen Renditen, und die US-Regierung müsste tendenziell mehr zahlen, um sich am Markt Geld zu leihen. Über alle weiteren Entwicklungen im Grönlandstreit informieren wir Sie in unserem Liveblog .