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16.01.2026
10:10 Uhr
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Armin Laschet warnt davor, angesichts der Grönland-Debatte andere Krisen zu vernachlässigen. Verteidigungsminister Pistorius glaubt nicht an eine US-Übernahme der Insel.

CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hat den durch Drohungen von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Konflikt um Grönland als Ablenkung "von den wirklich wichtigen Konflikten und Krisen" bezeichnet. Keiner rede mehr über die Ukraine, weil es nur noch um Grönland gehe, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag im Morgenmagazin der ARD . Auch die Lage in Venezuela sei nicht gelöst, hinzu kämen die Ereignisse im Iran. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) riet in der Grönland-Debatte zu Gelassenheit. Er sei "sehr gespannt, aber auch ein Stück weit entspannt", weil er nicht glaube, "dass es hier zum Äußersten kommt", sagte er am Donnerstagabend in den Tagesthemen . Er glaube eher, "dass wir es hier mit einem Machtspiel zu tun haben". Trump bekräftigt immer wieder den US-Anspruch auf das zu Dänemark gehörende Grönland und begründet das mit Sicherheitsinteressen. Ein Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland am Mittwoch endete ohne Einigung . Laschet zweifelt an Trumps vorgebrachtem Motiv Die Bundeswehr und andere europäische Staaten entsandten am Donnerstag Soldaten für eine Erkundungsmission nach Grönland . Laschet bezeichnete das als "ein Signal". Damit würden Trumps Argumente für eine Übernahme der Insel geschwächt. Es gehe darum zu demonstrieren, dass "die Nato mit den Europäern die Sicherheit Grönlands gegen Dritte garantieren" könne, sagte er. Laschet zweifelt die von Trump vorgebrachten Sicherheitsinteressen als Hauptmotiv. "Ich glaube, ihm geht es um mehr, aber nicht um die Nato-Sicherheit", sagte Laschet. Pistorius sagte, dass es sich um einen "zeitlichen Zufall" handle, dass die Soldaten gerade in der jetzigen Situation nach Grönland entsendet worden seien. Das sei lange geplant gewesen. Es gehe bei der Mission darum, "dass wir gemeinsam unseren Verpflichtungen nachkommen, Nato-Territorium zu schützen". Die Arktis habe sich zu einem Raum entwickelt, "in dem vor allem Russland und zunehmend auch China mit seiner wachsenden Marine eine wichtige Rolle spielen".