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06.01.2026
08:45 Uhr
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Zehn Tage nach Inkrafttreten der Waffenrufe wirft Thailand Kambodscha vor, einen Soldaten verletzt zu haben. Kambodscha spricht von einem "betriebsbedingten Fehler".

Zehn Tage nach der Einigung auf eine Waffenruhe hat die thailändische Armee den kambodschanischen Streitkräften einen Bruch der Vereinbarung vorgeworfen. Die thailändische Armee warf den kambodschanischen Streitkräften vor, mit Mörsern über die Grenze in die thailändische Provinz Ubon Ratchathani gefeuert zu haben. Dabei sei ein thailändischer Soldat verletzt worden. Die kambodschanische Armee teilte der thailändischen Seite mit, sie habe nicht die Absicht gehabt, auf thailändisches Territorium zu schießen. Der Vorfall sei auf einen "betriebsbedingten Fehler" zurückzuführen. Die thailändische Armee mahnte die kambodschanische Seite daraufhin zu Vorsicht und erklärte, bei einem weiteren Vorfall müsse sie womöglich zurückschlagen. Thailand reichte laut Regierungschef Anutin Charnvirakul Beschwerde wegen der mutmaßlichen Verletzung gegen die Waffenruhe ein. "Auf militärischer Ebene wurde uns mitgeteilt, dass es sich bei dem Vorfall um einen Unfall handelte, aber wir bemühen uns um Klärung, wie die Verantwortung übernommen werden wird", sagte Anutin. Zwei Verletzte bei Explosion aus Müllhaufen Die Sprecherin des kambodschanischen Verteidigungsministeriums, Maly Socheata, meldete derweil zwei verletzte kambodschanische Soldaten in der Provinz Preah Vihear, die an die thailändische Provinz Ubon Ratchathani grenzt. Bei Maßnahmen der kambodschanischen Streitkräfte im Bereich "Organisation und Ordnung" sei es zu einer "Explosion aus einem Müllhaufen" gekommen, erklärte Socheata. Zwei Soldaten hätten ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen, einer sei schwer verletzt worden. Thailand und Kambodscha hatten sich am 27. Dezember nach wochenlangen Gefechten auf eine "sofortige" Waffenruhe geeinigt. Beide Seiten wollten demnach ihre Truppenbewegungen einstellen und geflüchteten Zivilisten eine schnellstmögliche Rückkehr ermöglichen. Eine Million Vertriebene Der seit vielen Jahren schwelende Grenzkonflikt zwischen den Nachbarländern war im Dezember erneut aufgeflammt. Nach offiziellen Angaben wurden seitdem mindestens 47 Menschen getötet und rund eine Million Menschen vertrieben. Auf ein Ende der Gefechte hatten die USA, China und Malaysia hingewirkt. Die drei Länder hatten bereits nach Grenzgefechten der beiden südostasiatischen Nachbarländer mit dutzenden Toten im Juli eine Waffenruhe vermittelt, die jedoch brüchig war. US-Präsident Donald Trump verkündete dann im Oktober eine weiterführende Vereinbarung zwischen Thailand und Kambodscha, die allerdings ebenfalls nach wenigen Wochen gebrochen wurde. Der Konflikt ist die Folge einer unklaren Grenzziehung durch Kambodschas ehemaligen Kolonialbesetzer Frankreich im Jahr 1907. Wie die etwa 800 Kilometer lange Grenze verlaufen soll, ist weiterhin nicht ausgehandelt. Beide Seiten erheben auch Ansprüche auf historische Tempelruinen in dem Gebiet.