Zeit 13.12.2025
07:39 Uhr

Grenzkonflikt: Thailand setzt Angriffe auf Kambodscha trotz Trumps Vermittlungen fort


Entgegen der Verkündung von US-Präsident Donald Trump greift Thailand weiter Ziele in Kambodscha an. Regierungschef Charnvirakul begründet das mit einer Gefahr fürs Land.

Grenzkonflikt: Thailand setzt Angriffe auf Kambodscha trotz Trumps Vermittlungen fort
Thailand will seine Militäreinsätze gegen Kambodscha weiter fortsetzen. Thailands Regierungschef Anutin Charnvirakul widersprach damit US-Präsident Donald Trump, der zuvor behauptet hatte, beide Länder hätten in einem Telefonat das "Ende aller Feindseligkeiten" angekündigt. Auf Facebook schrieb Anutin, sein Land werde die Militäraktionen fortsetzen, "bis wir keine Gefahr und Bedrohung mehr für unser Land und unsere Bevölkerung sehen". Das kambodschanische Verteidigungsministerium erklärte, dass Thailand weiterhin Bomben auf sein Territorium abwerfe . Thailand umschrieb sein Vorgehen als "Vergeltung gegen kambodschanische Militärziele". US-Präsident Trump hatte zuvor auf seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben, Thailands Regierungschef Anutin und der Ministerpräsident von Kambodscha, Hun Manet, hätten ihm telefonisch ein Ende aller Feindseligkeiten ab Freitagabend zugesagt. Beide Länder seien nun bereit "zum Frieden und fortgesetzten Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika". Neue Angriffe nach Friedensabkommen Ende Oktober hatten Thailand und Kambodscha im Beisein Trumps ein "Friedensabkommen" in Malaysia unterzeichnet , nachdem Trump mit hohen Zöllen gedroht hatte. Danach warfen sich beiden Seiten jedoch neue Angriffe vor. Entlang der 800 Kilometer langen Grenze kam es zu Gefechten mit mehreren Toten. Nach Angaben der Konfliktparteien ist inzwischen eine halbe Million Menschen vor den Kämpfen geflohen. In sieben Provinzen Thailands seien mehr als 400.000 Zivilisten in sichere Unterkünfte gebracht worden, sagte ein Sprecher des thailändischen Verteidigungsministeriums. Das kambodschanische Verteidigungsministerium teilte mit, 100.000 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Im Juli waren bei fünftägigen Gefechten zwischen beiden Ländern mehr als 40 Menschen getötet und 300.000 weitere vertrieben worden. Die jüngsten Kämpfe waren eine erneute Eskalation in dem seit Jahrzehnten andauernden Streit um die Grenzziehung im sogenannten Smaragd-Dreieck . Dort grenzen die thailändische Provinz Surin und die kambodschanische Provinz Oddar Meanchey sowie Laos aneinander. Der Konflikt ist die Folge einer unklaren Grenzziehung durch Kambodschas ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907.