Zeit 08.12.2025
10:36 Uhr

Grenzkonflikt: Thailand fliegt Luftangriffe auf Ziele in Kambodscha


Die Länder beschuldigen sich gegenseitig, eine Waffenruhe gebrochen zu haben. Thailands Luftwaffe hat mit Angriffen begonnen. Es gab mindestens fünf Tote.

Grenzkonflikt: Thailand fliegt Luftangriffe auf Ziele in Kambodscha
Der Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha ist abermals aufgeflammt, nachdem eine vereinbarte Waffenruhe brüchig geworden war. Thailand flog nach eigenen Angaben Luftangriffe entlang seiner Grenze zu Kambodscha. An zahlreichen neuen Orten kam es nach Angaben eines thailändischen Militärsprechers zu neuen Bodenkämpfen. Dabei sei ein thailändischer Soldat getötet und acht weitere verletzt worden. Kambodscha erklärte, bei den thailändischen Luftangriffen seien mindestens vier Zivilisten getötet worden. Beide Seiten hatten sich zuvor gegenseitig wiederholt beschuldigt, die im Oktober unterzeichnete Feuerpause gebrochen zu haben. Die thailändische Luftwaffe habe Angriffe auf "militärische Ziele in mehreren Regionen" ausgeführt, um die Attacken aus Kambodscha zu beenden. Ein seit Jahrzehnten andauernder Streit um die Grenzziehung Ende Oktober hatten die beiden südostasiatischen Nachbarländer unter Vermittlung der USA ein Friedensabkommen unterzeichnet , das einen langfristigen Frieden in dem Grenzkonflikt sichern soll. Thailand setzte die Umsetzung des Friedensabkommens vor knapp einem Monat jedoch aus, nachdem laut Armee zwei thailändische Soldaten durch die Explosion einer Landmine nahe der Grenze verletzt worden waren. Im Juli hatten die Feindseligkeiten zwischen den südostasiatischen Nachbarn bereits zu den schwersten Kämpfen seit mehr als einem Jahrzehnt geführt. Bei fünftägigen Gefechten starben mindestens 43 Menschen, rund 300.000 weitere wurden vertrieben. US-Präsident Donald Trump hatte daraufhin gewarnt, er werde keine Handelsverträge mit den beiden Staaten abschließen, wenn sie die Kämpfe nicht beenden. Seit der vereinbarten Waffenruhe flammte der Konflikt jedoch immer wieder auf. Bei dem Konflikt geht es um eine unklare Grenzziehung aus der Kolonialzeit im sogenannten Smaragd-Dreieck. Dort grenzen die thailändische Provinz Surin und die kambodschanische Provinz Oddar Meanchey sowie Laos aneinander.