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10.12.2025
10:20 Uhr
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Thailändische Kampfjets sollen in einem Grenzgebiet zwei Bomben abgeworfen haben. Zuvor kündigte Donald Trump an, erneut zwischen Thailand und Kambodscha zu vermitteln.

Thailand soll laut Vorwürfen des Nachbarlandes Kambodscha erneut Luftangriffe auf Grenzgebiete geflogen haben. Thailändische F-16-Kampfflieger hätten unter anderem zwei Bomben auf Dörfer im Grenzgebiet in der Provinz Meanchey abgeworfen, teilte das kambodschanische Verteidigungsministerium laut der Zeitung Khmer Times mit. Von Toten und Verletzten war dabei zunächst nicht die Rede. Zuvor hätten Kampfflugzeuge mehrere kambodschanische Gebiete überflogen. Auch habe es Angriffe am Boden und auf See gegeben, wobei diese vom Verteidigungsministerium Kambodschas nicht näher beschrieben wurden. Aus Thailand gab es zunächst keine Stellungnahme zu den Vorfällen. Waffenruhe hielt nur wenige Wochen Kambodscha und Thailand haben erst Ende Oktober unter Vermittlung der USA eine Waffenruhe vereinbart , die ihren Grenzkonflikt beilegen sollte. Seit Sonntag beschuldigen sich die beiden Länder gegenseitig , die Waffenruhe gebrochen zu haben. Entlang der 800 Kilometer langen Grenze kam es zu Gefechten. Dabei sollen seit Montag nach Angaben Kambodschas neun Zivilisten getötet und 20 weitere schwer verletzt worden sein. Thailand sprach von drei getöteten Soldaten und 29 Verletzten. Nach Angaben der Konfliktparteien ist inzwischen eine halbe Million Menschen vor den Kämpfen geflohen. In sieben Provinzen Thailands seien mehr als 400.000 Zivilisten in sichere Unterkünfte gebracht worden, sagte ein Sprecher des thailändischen Verteidigungsministeriums. Das kambodschanische Verteidigungsministerium teilte mit, 100.000 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Donald Trump will Vermittlung wieder aufnehmen US-Präsident Donald Trump will sich nun erneut als Vermittler einschalten. "Morgen muss ich einen Anruf tätigen", sagte Trump am Dienstagabend mit Blick auf die Kämpfe. Dadurch wolle er "einen Krieg zwischen zwei sehr mächtigen Ländern, Thailand und Kambodscha, beenden." Trump hatte im Juli beiden Ländern damit gedroht, keine Handelsverträge mit ihnen abzuschließen, falls die Kämpfe nicht endeten. Dem US-Präsidenten kam bei seinen Vermittlungsplänen allerdings Malaysias Regierungschef Anwar Ibrahim zuvor. Bereits am Dienstag habe er mit seinen Amtskollegen aus Kambodscha und Thailand telefoniert, teilte Ibrahim am Mittwochmorgen auf X mit . Er begrüße die Bereitschaft beider Regierungschefs, Verhandlungen über einen Abbau der Spannungen zu führen, schrieb Ibrahim. Eine "definitive Lösung" müsse aber noch gefunden werden. Die beiden Konfliktparteien gehörten genauso wie Malaysia der Organisation südostasiatischer Staaten (Asean) an. Thailands Außenminister hatte allerdings am Dienstag gesagt, er sehe für Verhandlungen derzeit kein Potenzial. Eine Vermittlung seitens Dritter sei "nicht förderlich". Kambodschas Regierungschef Hun Manet sagte der Nachrichtenagentur Reuters hingegen, er sei "jederzeit bereit, zu sprechen". Thailand stoppte Deeskalationsmaßnahmen im November Im Fokus des Konflikts steht das sogenannte Smaragd-Dreieck, wo die thailändische Provinz Surin, die kambodschanische Provinz Oddar Meanchey und der Staat Laos aneinander grenzen. Die Grenze wurde 1907 von Frankreich gezogen, zu dem Kambodscha damals als Kolonie gehörte. An mehreren Abschnitten ist die Grenzziehung aber unklar und somit umstritten. Im Juli hatten sich die beiden Länder fünf Tage lang mit Raketen und schwerer Artillerie beschossen. Bei den Zusammenstößen wurden 48 Menschen getötet und 300.000 vertrieben. Nach der Einigung auf die Waffenruhe haben die Spannungen wieder zugenommen, nachdem Thailand im November vereinbarte Deeskalationsmaßnahmen ausgesetzt hatte. Unter anderem ging es dabei darum, schwere Waffen und Truppen abzuziehen. Weil ein Soldat der thailändischen Armee durch eine Landmine verstümmelt worden sein soll, die nach Angaben Thailands von Kambodscha gelegt worden war, stoppte Thailand den Truppenabzug. Die kambodschanische Seite weist die Verantwortung für die Verstümmelung des Soldaten von sich.