Zeit 09.12.2025
10:36 Uhr

Google: EU leitet Ermittlungen gegen Google wegen KI-Datennutzung ein


Sie wird ganz oben in der Suche gezeigt und könnte für Google teuer werden: Die KI-Übersicht. Die EU wirft Google vor, die Quellen dafür nicht angemessen zu bezahlen.

Google: EU leitet Ermittlungen gegen Google wegen KI-Datennutzung ein
Die Europäische Kommission verdächtigt Google, seine künstliche Intelligenz rechtswidrig mit Inhalten Dritter trainiert zu haben. Die Behörde leitete deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen möglicher Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht ein. Konkret werfen die EU-Wettbewerbshüter dem Konzern vor, seine Quellen für die KI-Übersicht in der Google -Suche nicht angemessen zu bezahlen und seine KI mit YouTube-Videos zu trainieren. Bestätigen sich die Vorwürfe, droht Google ein hohes Bußgeld. Auch der vor wenigen Wochen in Deutschland gestartete KI-Modus von Google ist im Visier der EU. Er beantwortet Anfragen von Nutzerinnen und Nutzern im Stil eines Chatbots. Die KI-Übersicht taucht seit einigen Monaten ganz oben in den Ergebnissen fast jeder Google-Suche auf. Die Funktion basiert auf Inhalten, die im Internet frei verfügbar sind, etwa über das Online-Lexikon Wikipedia oder Nachrichtenseiten. "Fortschritt nicht auf Kosten von Prinzipien" Der Vorwurf der EU-Kommission : Google nutze diese Daten, ohne den Inhabern der Websites "eine angemessene Vergütung zu zahlen und ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, eine solche Nutzung ihrer Inhalte abzulehnen". Hinzu komme, dass sich keine andere Website mit Google anlegen wolle: Alle seien für ihr Geschäft darauf angewiesen, in der Google-Suche aufzutauchen. "Eine freie und demokratische Gesellschaft ist auf vielfältige Medien, offenen Informationszugang und eine lebendige Kreativlandschaft angewiesen", sagte die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Teresa Ribera. KI bringe bemerkenswerte Innovationen und viele Vorteile für Menschen und Unternehmen in ganz Europa mit, doch dieser Fortschritt dürfe nicht auf Kosten der Prinzipien gehen, die "im Herzen der europäischen Gesellschaften stünden". YouTube-Videos werden für KI genutzt, Creator können nicht widersprechen In den Ermittlungen der Behörde geht es außerdem um den Videodienst YouTube, der ebenfalls zu Google gehört. Die Kommission vermutet, dass der Konzern auf YouTube hochgeladene Videos nutzt, um sein KI-Modell zu trainieren – ebenfalls ohne die Ersteller dafür zu bezahlen. Sie haben demnach keine Möglichkeit, dieser Nutzung zu widersprechen, wenn sie YouTube weiter nutzen wollen. Der Kommission geht es in dem Verfahren einerseits darum, dass die Urheber der Inhalte unfair behandelt werden. Andererseits geht es um die Marktmacht Googles im Wettbewerb mit anderen KI-Anbietern, die ihre Modelle nicht mit YouTube-Videos füttern können. Eine Frist für die Ermittlungen gibt es nicht. Bestätigen sich die Vorwürfe, droht Google ein Bußgeld in Höhe von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Big Tech im Fokus der EU-Kommission Erst im September hatte die Kommission in einem anderen Fall eine Strafe von fast drei Milliarden Euro gegen Google verhängt , damals ging es um das Geschäft mit Werbung. Auch gegen andere Tech-Konzerne ist die EU-Kommission in den letzten Monaten vorgegangen. Apple , Meta, Microsoft, TikTok und X mussten teils hohe Geldstrafen zahlen oder wurden wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act oder den Digital Services Act der EU angeklagt. Meta muss sich beispielsweise wegen einer KI-Funktion bei WhatsApp verantworten , X wurde wegen des Verstoßes gegen neue Regeln für Online-Inhalte mit einer 120-Millionen-Euro-Strafe belegt .