Zeit 30.11.2025
13:41 Uhr

Goldenstein: Vatikan soll im Streit um besetztes Kloster entscheiden


Im Fall der drei rebellischen Nonnen in Österreich schaltet der Probst den Vatikan ein. Die Nonnen hatten zuvor ein Angebot von ihm als "Knebelvertrag" abgelehnt.

Goldenstein: Vatikan soll im Streit um besetztes Kloster entscheiden
Im Streit um drei Nonnen und das von ihnen besetzte Kloster in Österreich wird der Vatikan eingeschaltet. Die Ordensschwestern hatten zuletzt ein Angebot zum Verbleib in Goldenstein bei Salzburg abgelehnt, das entsprechende Dokument bewerteten sie als Knebelvertrag. Auf ihrem Instagram-Kanal schrieben sie: "So etwas können wir leider nicht akzeptieren. Wir sind zwar gesprächsbereit, bitten aber um ernst gemeinte Lösungen, die einem würdevollen Altern entsprechen." Sie bräuchten Lösungen, die dem Willen Gottes entsprächen und mit menschlicher Vernunft gestaltet seien. Der zuständige Stiftsleiter, Propst Markus Grasl, sieht seinen Vorschlag hingegen als Akt der Barmherzigkeit. Grasl werde nun die für Ordensangelegenheiten zuständige Vatikanbehörde einschalten, sagte sein Sprecher. Der Probst habe alle Wünsche der über 80-jährigen Nonnen berücksichtigt, doch die hätten den Vorschlag kategorisch zurückgewiesen. "Was soll man ihnen noch geben, noch ermöglichen?", sagte der Sprecher. Schwester Bernadette, Schwester Regina und Schwester Rita hatten Anfang September ein ihnen zugewiesenes Altersheim verlassen, in das sie gegen ihren Willen verlegt worden waren. Sie verschafften sich Zutritt zum leer stehenden Kloster im Schloss Goldenstein bei Salzburg nahe der bayerischen Grenze. Dort hatten sie zuvor jahrzehntelang gewohnt und in der Klosterschule gearbeitet. Bedingungen: kein Instagram, kein Anwalt Die Nonnen gerieten mit der Besetzung und ihrer internationalen Medienpräsenz in Konflikt mit Grasl. Diese Woche ließ er ihnen eine geplante Vereinbarung zur Lösung des Streits zukommen. Darin sagte er unter anderem zu, dass sie bis auf Weiteres in Goldenstein wohnen könnten und ihnen Pflegekräfte, ärztliche Versorgung und ein Geistlicher zur Verfügung gestellt würden. Außerdem werde das Gebäude altersgerecht adaptiert, heißt es in dem Dokument. Doch die Vereinbarung enthält auch etliche Bedingungen: So müssten die Frauen etwa alle Aktivitäten in sozialen Medien einstellen. Dazu gehört ein Instagram-Kanal , der mittlerweile rund 111.000-mal abonniert wurde. Außerdem müssten sie wieder zu einem Leben in klösterlicher Abgeschiedenheit zurückkehren. In den vergangenen Monaten hatten die Ordensschwestern laufend ehemalige Schülerinnen und Helferinnen sowie Journalisten empfangen. Die Nonnen, die auch mit Anzeigen gegen Grasl und andere Kirchenvertreter vorgegangen waren, sollen zudem alle juristischen Schritte unterlassen und sich von ihrem Anwalt trennen, wie es in dem Dokument heißt. Die Helferinnen, die den drei Frauen bislang die Besetzung des Klosters ermöglicht haben, müssten ihre Tätigkeit in Goldenstein einstellen. Als Gäste seien sie jedoch weiterhin willkommen, sagte Grasl in einer Stellungnahme. Der Ball liegt nun in Rom Laut einer Mitteilung, die von einer Sprecherin und Helferin der Nonnen verbreitet wurde, lehnen alle drei Ordensschwestern den Vorschlag ab. Überdies sei die Zusage für den Verbleib in Goldenstein nur vage formuliert und deshalb "juristisch wertlos". Grasls Sprecher sagte hingegen, dass die Vereinbarung verbindlich wäre. Die Angelegenheit liege "jetzt nicht mehr in den Händen des Propstes", sondern in Rom. Der Plan zur Lösung des Konflikts wurde nicht in Gesprächen mit den Nonnen erarbeitet, sondern von Grasl in Zusammenarbeit mit Kirchenvertretern.