Zeit 26.11.2025
16:04 Uhr

Gießen: 50.000 Menschen zu Protest gegen Gründung von AfD-Jugend erwartet


Die AfD will am Samstag in Gießen ihre neue Jugendorganisation gründen. Die Polizei bereitet sich auf einen Großeinsatz vor, Kräfte aus 14 Bundesländern reisen an.

Gießen: 50.000 Menschen zu Protest gegen Gründung von AfD-Jugend erwartet
Die Polizei stellt sich anlässlich des Gründungstreffens der neuen AfD -Jugendorganisation am Samstag in Gießen auf Proteste ein. Die Polizei rechne mit rund 50.000 Teilnehmern, sagte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU). Demnach sind 20 Gegenversammlungen angemeldet. Er sprach von einer "herausfordernden Großlage". Der Großteil der Protestierenden werde voraussichtlich friedlich demonstrieren, sagte Poseck. Die Behörden gehen demnach aber davon aus, dass auch gewaltbereite und auch gewalttätige Teilnehmer dabei sein werden. Poseck sprach von einer voraussichtlich dreistelligen Zahl solcher Teilnehmer, auch eine vierstellige Zahl sei aber nicht ausgeschlossen. Es gebe auch entsprechende Gewaltaufrufe aus dem linken Spektrum, sagte Poseck. Die Versammlungsfreiheit sei ein hohes demokratisches Gut, sagte Poseck. Bei Gewalt sei aber immer eine Grenze überschritten. Es sei legitim, die AfD zu kritisieren. Die Ablehnung dürfe aber nicht mit Gewalt ausdrückt werden. "Jeder Gewalttäter ist ein Feind unserer Demokratie – egal, ob er links oder rechts steht." Hubschrauber, Wasserwerfer und Pferdestaffel In Gießen ist am Samstag demnach eine mittlere vierstellige Zahl an Polizeikräften aus 14 Bundesländern sowie die Bundespolizei im Einsatz. "Es wird hier an diesem Tag der größte Polizeieinsatz in Deutschland stattfinden", sagte Poseck. Auch Polizeihubschrauber, Drohnen, Wasserwerfer und die Pferdestaffel der Polizei werden eingesetzt. Der Katastrophenschutz sei vorbereitet. Im Fall eines nicht mehr zu bewältigenden Notrufaufkommens in der zentralen Leitstelle Gießen soll die Leitfunkstelle Fulda die Notrufannahme übernehmen. Die AfD will am Wochenende in Gießen eine neue Jugendorganisation gründen . Sie soll eng an die AfD gebunden werden. Mitglieder müssen künftig auch in der AfD sein und damit organisatorisch und disziplinarisch auch der Partei angehören. Im Januar hatte die AfD beim Parteitag in Riesa die Trennung von ihrer bisherigen Jugendorganisation Junge Alternative beschlossen. Diese war vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft. Sie firmierte als eingetragener Verein und war damit weitaus unabhängiger von den Parteistrukturen, als es Parteichefin Alice Weidel gerne gehabt hätte. Sie fürchtete, dass die schwer kontrollierbaren Aktivitäten der Jungen Alternative die gesamte AfD weiter in Misskredit bringen könnten. Zudem könnte die Neugründung auch einem möglichen Verbot der Jungen Alternative zuvorkommen. Bei Vereinen ist ein Verbot sehr viel einfacher möglich als bei Parteien.