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06.02.2026
14:14 Uhr
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In der kommenden Woche wollen Beschäftigte der Bundesländer in zahlreichen Bereichen streiken. Laut ver.di ist es "die letzte Druckwelle" vor anstehenden Tarifgesprächen.

Die Gewerkschaft ver.di hat für die kommende Woche ausgeweitete Warnstreiks in vielen Bereichen des öffentlichen Diensts angekündigt. Es werde "eine bunte erste Wochenhälfte" geben, sagte ver.di-Vizechefin Christine Behle. Bundesweit seien alle Bereiche mit den Ländern als Arbeitgeber betroffen, insbesondere Unikliniken, Straßenbauverwaltungen und die IT. "Es ist die letzte Druckwelle vor der letzten Verhandlungsrunde", sagte Behle. Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsterminen treffen die Gewerkschaften und Arbeitgeber vom 11. bis zum 13. Februar voraussichtlich letztmals zusammen. "Es wird noch einmal ein klares Signal geben", kündigte Behle an. 2,2 Millionen Beschäftigte von Tarifgesprächen betroffen Ausgeweitete Warnstreiks hatte es bereits in den vergangenen Wochen gegeben , unter anderem an Schulen im Osten, wo viele Lehrkräfte anders als die verbeamteten Lehrerinnen und Lehrer im Westen angestellt sind und daher streiken dürfen. Ver.di führt die Verhandlungen im Namen von rund 2,2 Millionen Beschäftigten. Neben Lehrkräften und Hochschulbeschäftigten geht es auch um Angestellte im Strafvollzug und im Justizwesen. Für mehr als 900.000 Tarifbeschäftigte wird direkt verhandelt. Auf rund 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamten soll ein Ergebnis nach den Forderungen der Gewerkschaften später in den einzelnen Ländern per Gesetz übertragen werden. Ausgenommen ist Hessen, wo separat verhandelt wird. Behle zeigte sich optimistisch, dass bei den Gesprächen in Potsdam ein Abschluss zustande kommen wird. Andernfalls könne es eine vierte Verhandlungsrunde geben, während eine Schlichtung nicht vorgesehen sei. Die Differenzen seien aber noch groß: "Den Arbeitgebern schwebt fünf Prozent Lohnerhöhung bei einer Laufzeit von 29 Monaten vor", sagte Behle. Vor allem bei der Laufzeit große Differenzen Ver.di und der mitverhandelnde Beamtenbund dbb fordern hingegen sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro im Monat beziehungsweise 200 Euro für Nachwuchskräfte, und eine Laufzeit von zwölf Monaten. Ver.di-Chef Frank Werneke sagte, dass ein Abschluss bei den Ländern nicht schlechter ausfallen dürfe als die Einigung, die die Gewerkschaften im April 2025 mit Bund und Kommunen erzielt hatten . Damals kam es zu einer Lohnerhöhung in zwei Stufen von je drei beziehungsweise 2,8 Prozent.