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03.03.2026
12:48 Uhr
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30 Prozent der Frauen in der EU berichten von Erfahrungen körperlicher oder sexueller Gewalt. Die Zahl ist durch je nach Land unterschiedliche Redebereitschaft verzerrt.

Fast jede dritte Frau in der Europäischen Union hat bereits körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Das ist das Ergebnis einer Studie der EU-Agentur für Grundrechte (FRA) und des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE). Demnach seien 30,7 Prozent der Frauen seit ihrem 15. Lebensjahr solchen Gewalt ausgesetzt. Sexuelle Gewalt im Erwachsenenalter, darunter Vergewaltigung oder andere Übergriffe, haben demnach EU-weit 17,2 Prozent der Frauen erlebt. Die FRA greift bei den Angaben auf eine Erhebung der EU-Statistikbehörde Eurostat zurück, in deren Rahmen zwischen September 2020 und März 2024 mehr als 114.000 Interviews geführt worden sind. Die Spannbreite zwischen den jeweiligen Ländern ist sehr hoch: So berichten in Finnland 57,1 Prozent der Frauen von Gewalt, in Bulgarien hingegen nur 11,9 Prozent. Noch höher fallen die Unterschiede bei Erfahrungen sexueller Gewalt aus: Hier gaben etwa 41 Prozent der Schwedinnen an, solche erfahren zu haben, und 3,4 Prozent der Bulgarinnen. Die Autoren der Studie sprechen dabei von einem sogenannten "Nordischen Paradox": In Ländern mit hoher Gleichstellung wird mehr Gewalt gegen Frauen gemeldet, weil Frauen dort eher darüber sprechen, als in Ländern mit niedriger Gleichstellung. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.