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15.02.2026
13:35 Uhr
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Tausende Gewalttaten registrierte die Polizei vergangenes Jahr im Zugverkehr. Besonders viele Delikte ereigneten sich demnach am Leipziger Hauptbahnhof.

In Zügen und auf Bahnhöfen wurden im Jahr 2025 erneut Tausende Gewaltdelikte verübt. Dazu gehörten mehr als 980 Messer- und rund 2.200 Sexualdelikte , die aktenkundig seien. Das geht aus Zahlen hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen. Zuerst berichtete die Bild am Sonntag darüber. Den Angaben nach wurden im vergangenen Jahr im Bahnbereich außerdem 5.660 Gewalttaten gegen Beamte der Bundespolizei verübt. Im Jahr 2024 seien es rund 5.500 gewesen. Am Hauptbahnhof in Leipzig gab es demnach mit 859 Delikten besonders viel Gewalt, gefolgt von den Hauptbahnhöfen in Dortmund (735) und Berlin (654). Mehr als 600 Gewalttaten wurden in den Hauptbahnhöfen von Köln, Hannover und Hamburg verübt. In München waren es 553, in Nürnberg 528, in Frankfurt am Main 520, und in Düsseldorf wurden 499 Taten aktenkundig. Nach Angaben der Bahn hatte es in Deutschland 2025 außerdem insgesamt etwa 3.000 körperliche Übergriffe auf Beschäftigte des Unternehmens gegeben. Angriffe ereigneten sich demnach bei Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts sowie am Rande von Volksfesten, Großveranstaltungen und Fußballspielen. Sicherheitskräften galt einer Bahnsprecherin zufolge gut ein Drittel der Angriffe, auch Reinigungskräfte und Servicekräfte seien betroffen. Verkehrsminister wollen weitere Maßnahmen erwägen Anfang Februar war ein Zugbegleiter bei einer Fahrscheinkontrolle in einem Regionalzug in Rheinland-Pfalz von einem Fahrgast angegriffen worden und anschließend an den Folgen seiner Verletzungen gestorben . Der Verdächtige sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Spitzenvertreter von Bund, Ländern und der Deutschen Bahn hatten sich angesichts des Angriffs auf konkrete Konsequenzen verständigt. Geplant sind mehr Bodycams für die Mitarbeitenden der Bahn sowie Verbesserungen der Schutzausrüstung. 200 zusätzliche Mitarbeiter sollen eingestellt werden, um die Sicherheit an Bahnhöfen zu erhöhen. Außerdem soll das Personal Schulungen in Verhaltens- und Deeskalationstrainings erhalten. Mithilfe eines Notfallknopfs soll im Ernstfall künftig schneller Hilfe gerufen werden können. Auf der Verkehrsministerkonferenz Anfang März sollen weitere Konsequenzen erörtert werden.