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26.11.2025
12:12 Uhr
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Italien hat ein Gesetz gegen Femizide verabschiedet. Ministerpräsidentin Meloni spricht von einem "Zeichen gegen die Barbarei der Gewalt an Frauen".

In Italien werden Morde an Frauen, die aufgrund ihres Geschlechts begangen werden, in Zukunft als eigener Straftatbestand geführt. Sogenannte Femizide können demnach mit lebenslanger Haft bestraft werden. Die Neuerung ist Teil eines Gesetzes, das das Parlament in Rom beschlossen hat. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach von einem "wichtigen Zeichen gegen die Barbarei der Gewalt an Frauen". Lebenslange Haft wurde in Italien in der Vergangenheit bereits mehrmals wegen geschlechtsspezifischer Morde an Frauen verhängt. Mit dem neuen Artikel 577 sieht das italienische Rechtssystem nun explizit dieses Strafmaß vor, wenn eine Frau wegen ihres Geschlechts, aus Hass oder zur Unterdrückung ihrer Freiheit ermordet wurde. Auch andere Straftatbestände wurden im Rahmen der Novelle verschärft. So können Gerichte bei Stalking sowie der Verbreitung von gefälschten Videos – sogenannten Deepfakes – in Zukunft höhere Strafen verhängen. Frauenhäuser sollen zudem mehr Geld bekommen. Dazu kommen weitere Maßnahmen, die den Schutz von Frauen verbessern sollen. Nach italienischen Medienberichten sollen Betroffene sich unter anderem leichter an Anti-Gewalt-Zentren wenden können. Auch die Prozesskostenhilfe für Betroffene wurde ausgebaut . Seit Beginn dieses Jahres wurden laut amtlicher Statistik in Italien mindestens 85 Frauen ermordet. Die meisten Taten ereigneten sich innerhalb der Familie oder im Bekanntenkreis. In Deutschland wurden im Jahr 2024 insgesamt 308 Frauen und Mädchen getötet, 191 davon von Partnern, Expartnern oder anderen Familienmitglieder. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.