Zeit 14.02.2026
06:21 Uhr

Gesundheitssystem: Nina Warken plant Gesetz für medizinische Versorgung im Kriegsfall


Deutschlands Gesundheitswesen müsse sich "leider auch auf Kriegsszenarien" einstellen, sagt die Bundesgesundheitsministerin. Es fehle vor allem an Daten und Know-how.

Gesundheitssystem: Nina Warken plant Gesetz für medizinische Versorgung im Kriegsfall
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat angekündigt, im Sommer einen Gesetzentwurf vorzulegen, um das Gesundheitssystem auf den Ernstfall eines Kriegs vorzubereiten. Deutschland müsse sich neben Unwettern, Pandemien oder anderen Katastrophen "leider auch auf Kriegsszenarien" einstellen, sagte sie der Zeitung Welt am Sonntag . "Darauf sind wir bislang zu wenig vorbereitet ." Es gehe bei dem Gesetz darum, die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung sicherzustellen und zugleich Verletzte der Bundeswehr oder von Nato-Partnern zu versorgen, sagte Warken. Dafür brauche man klare Zuständigkeiten, funktionierende Kommunikationswege, ausreichende Behandlungskapazitäten und gegebenenfalls Vorräte an Arzneimitteln. Ausbildung stärker auf Krisenlagen ausrichten Die größten Schwachstellen sieht Warken beim Lagebild, bei der Datenlage und bei der Qualifikation. Die Ausbildung müsse stärker auf Krisenlagen ausgerichtet werden: "Wo gibt es Kapazitäten? Wer hat Know-how für Kriegsverletzungen? Wie kann man Freiwillige gewinnen? Das ist eine neue Aufgabe." Unklar sei zum Beispiel, wie viele Beschäftigte im Gesundheitssystem auf Kriegslagen passende Kenntnisse hätten. Bislang werde das nicht zentral zusammengeführt, jetzt müsse man es speziell erfassen. Offen ist Warken zufolge, welches Regierungsressort künftig die Verantwortung für diese Dinge tragen soll. Entsprechende Gespräche gebe es mit dem Verteidigungs- und dem Innenministerium. Zudem arbeite man eng mit der Bundeswehr zusammen. Wichtig sei es, keine Doppelstrukturen zu schaffen.