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05.03.2026
14:12 Uhr
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Trotz Mehrausgaben haben die gesetzlichen Krankenkassen 2025 ein Plus von 3,5 Milliarden Euro erzielt. Der Spitzenverband dämpfte aber die Hoffnung auf Entspannung.

Die Krankenkassen in Deutschland haben das Jahr 2025 mit einem Überschuss von 3,5 Milliarden Euro abgeschlossen. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung bestätigte einen entsprechenden Bericht der Neuen Osnabrücker Zeitung . Doch gebe es "null Grund zur Entwarnung", sagte der Vorstandsvorsitzende Oliver Blatt. Das Plus reiche nicht aus, um die Reserven der Kassen zu füllen, wozu diese verpflichtet seien. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung stiegen demnach im vergangenen Jahr um fast acht Prozent auf 352 Milliarden Euro. Die beitragspflichtigen Einnahmen hätten hingegen nur um 5,3 Prozent zugenommen. Ohne die Beitragserhöhungen zum Jahreswechsel 2024/2025 hätten die Krankenkassen die Ausgaben nicht finanzieren können, teilte der Spitzenverband mit. Derselbe Effekt werde auch in diesem Jahr eintreten: Die Ausgaben dürften um 6,6 Prozent steigen, die beitragspflichtigen Einnahmen nur um rund fünf Prozent. Die erwartete Lücke werde nur durch die Beitragsanhebungen zum 1. Januar 2026 geschlossen. Im vergangenen Jahr floss am meisten Geld in den Bereich Krankenhaus . Die Ausgaben für die Kliniken stiegen um knapp zehn Prozent auf 111 Milliarden Euro. Die Kosten für die ambulante Versorgung stiegen um 7,6 Prozent auf 54 Milliarden Euro. Für Arzneimittel gaben die Kassen insgesamt 58 Milliarden Euro aus, ein Plus von 5,9 Prozent im Vergleich zu 2024. Krankenkassen fordern Sparpaket Um die Mehrausgaben zu decken, hatten etliche Krankenkassen zuletzt zum Jahreswechsel ihre Zusatzbeitragssätze angehoben – um durchschnittlich einen Prozentpunkt auf 3,13 Prozent. Dass der Zusatzbeitrag wieder gesenkt werden könne, sei derzeit illusorisch, sagte Blatt. "Im Gegenteil: Wenn in diesem Jahr keine wirksamen Strukturreformen beschlossen werden, um den Ausgabenanstieg deutlich zu drosseln, wird ein Großteil der Kassen spätestens zum nächsten Jahreswechsel die Beiträge abermals anheben müssen." Der GKV-Spitzenverband hatte im Dezember ein auf mehrere Jahre angelegtes Sparpaket im Volumen von 50 Milliarden Euro vorgeschlagen . Sparpotenzial sieht der Verband besonders bei Kliniken, der Abschaffung der teilweisen Doppelfinanzierung von Arztterminen sowie bei Arzneimitteln. Auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant wegen der erwarteten Milliardenlücke weitreichende Reformen. Vorschläge dafür soll eine damit beauftragte Kommission Ende März vorlegen .