Zeit 07.02.2026
16:36 Uhr

Gesellschaft: "Kein Popcorn für Nazis" - Demonstration in Weilheim


Gesellschaft:
Mehrere Tausend Menschen haben im oberbayerischen Weilheim für Demokratie und gegen stärker werdenden Rechtsextremismus demonstriert. Die Organisatoren des Bündnisses "Wir in Weilheim" und die Polizei schätzten die Teilnehmerzahl auf rund 4.000. Der Marienplatz vor dem Rathaus musste zeitweise wegen Überfüllung gesperrt werden. Das Motto der Protestveranstaltung lautete "Demokratie braucht Haltung. Jetzt!" Nur wenige Gehminuten von der Demonstration entfernt hat die AfD, die in Teilen als gesichert rechtsextrem gilt, ein früheres Kino gemietet. Sie stellte bei der Stadt den Antrag, dort ein Büro inklusive Veranstaltungsraum betreiben zu dürfen. Eine entsprechende Nutzungsanzeige wurde nach Angaben der Stadt Weilheim am 15. Januar von Benjamin Nolte und Gerrit Huy gestellt - Huy sitzt für die AfD im Bundestag, Nolte ist AfD-Abgeordneter im bayerischen Landtag und will bei den Kommunalwahlen am 8. März Landrat im Landkreis Weilheim-Schongau werden. AfD hat ehemaliges Weilheimer Kino gemietet "Wir haben dieses Kino tatsächlich schon seit mehreren Monaten angemietet", sagt Nolte in einem Video, das er am 4. Dezember auf Instagram postete. "Wir Deutschen, wir haben das Recht, uns geschlossen unter Gleichgesinnten zu treffen und auszutauschen", betont er darin und sagt: "Auch für Sie ist es noch nicht zu spät, die deutsche Kultur kennen und schätzen zu lernen. Besuchen Sie uns doch gerne einmal hier vor Ort in unserem neuen Kino." Gegen diese Pläne richteten sich auch ganz deutlich einige Schilder, die Demonstranten bei sich trugen. "Wer demokratische Werte ablehnt, braucht kein Büro", stand da beispielsweise. Oder "Kein Propagandazentrum in Weilheim" und "Kein Popcorn für Nazis". Bürgermeister: "Möchten diesen Veranstaltungsort nicht haben" Als erster Redner trat der Weilheimer Bürgermeister Markus Loth (Bürger für Weilheim/BfW) auf. "Wir möchten diesen Veranstaltungsort nicht haben, denn er bringt Unruhe und Unsicherheit in unsere Stadt", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. © dpa-infocom, dpa:260207-930-656120/1