Zeit 03.12.2025
15:54 Uhr

Geraldine Rauch: Umstrittene Präsidentin der TU Berlin abgewählt


Ihr Like für einen antisemitischen Post löste Kritik aus: Die Berliner TU-Präsidentin Geraldine Rauch wurde abgewählt. Ihre Nachfolgerin ist Digitalisierungsexpertin.

Geraldine Rauch: Umstrittene Präsidentin der TU Berlin abgewählt
Die umstrittene Präsidentin der Technischen Universität (TU) Berlin, Geraldine Rauch, ist abgewählt worden. Der Erweiterte Akademische Senat der TU wählte Fatma Deniz zur neuen Präsidentin, wie eine Sprecherin der Universität sagte. Ursprünglich waren fünf Kandidatinnen und Kandidaten zu der turnusmäßigen Wahl angetreten, nach dem ersten Wahlgang zogen drei ihre Kandidatur jedoch zurück. Deniz erhielt 42 Stimmen, Geraldine Rauch 18, es gab eine Enthaltung. 31 Stimmen waren für die Wahl erforderlich. Im ersten Wahlgang am 26. November konnte keiner der fünf Kandidaten die absolute Mehrheit erringen. Deshalb kam es zu einem zweiten Wahlgang. Geraldine Rauch war seit dem 1. April 2022 im Amt. Sie hatte während ihrer Amtszeit wiederholt für Kontroversen gesorgt. So hatte sie etwa im Frühjahr 2024 mehrere antisemitische Posts im Kontext des Gazakriegs auf der Plattform X gelikt. Daraufhin gab es viel Kritik an ihrer Person, unter anderem von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und dem Zentralrat der Juden. Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) strich die Mathematikprofessorin aus seinem Beraterkreis. Dabei ging es vor allem um einen Beitrag mit Fotos von Demonstranten, die ein Bild von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu mit aufgemaltem Hakenkreuz hochhalten. Rauch distanzierte sich daraufhin von dem Beitrag und schrieb , sie habe ihn wegen des Textes gelikt und das darunter gepostete Bild "tatsächlich nicht genauer betrachtet". Rauch lehnte damals einen Rücktritt ab, obwohl der Akademische Senat sich damals knapp dafür ausgesprochen hatte. Sie entschuldigte sich und hielt an ihrem Amt fest. Die Causa stürzte die TU Berlin in eine Krise. Die Amtszeit von Rauchs Nachfolgerin, Fatma Deniz, beginnt am 1. April 2026 und beträgt vier Jahre. Als Vizepräsidentin der TU war sie bisher für die Bereiche Digitalisierung und Nachhaltigkeit zuständig. In Forschung und Lehre verbinde sie Informatik, Neurowissenschaften und Datenwissenschaft und setze auf offene, reproduzierbare Wissenschaft sowie den verantwortungsvollen Einsatz von KI, heißt es auf der TU-Homepage.